Der bekannteste lebende Dirigent

  • Liebe Forianer


    Vorweg sei angemerikt, daß dieser Thread eher zu den "Sommerthemen" gehört - also nicht ganz ernst gemeint ist. Er sollte eigentlich unter Anführungszeichen gestellt und mit einem Smiley versehen sein.


    Ich bin der Ansicht, daß es solche "Bedeutendsten Dirigenten" vor einigen Jahrzehnten durchaus gegeben hat (Furtwängler, Toscanini, Karajan, Böhm, Bernstein, Klemperer Celibidache und andere), aber daß heutzutage kaum ein Maestro auf so breite Akzeptanz, bzw Aufmerksamkeit (die durchaus mit Ablehnung gepaart sein konnte) zählen könnte, daß dieser Titel gerechtfertigt wäre.


    Universaldirigenten - und solche im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehenden Dirigenten waren zumeist "Universaldirigenten" gibt es ja nur noch wenige - und "Spezialisten" sind einfach zu wenig im allgemeinen Bewusstsein verankert, als daß sie den im Threadheader verwendeten Titel je erringen könnten:


    Dennoch - des Spieles wegen:


    Wer ist Eurer Meinung nach der derzeit bekannteste und akzeptierteste Dirigent ?


    Dazu müssten wir den Begriff ein wenig differenzieren:


    Gemeint ist hier nicht, wer sich die grössten musikalischen Verdienste um "rare Werke", "alte Musik" oder die "Musik der Gegenwart" erworben hat, sondern um einen Namen, der von "jedermann" als Synonym für "Klassische Musik" gesehen werden kann, so wie einst "Caruso", "Callas", "Verdi", "Mozart", "Agner", "Karajan" oder die Callas......


    Jeder Mitspieler darf DREI Kandidaten nominieren (Bitte als Tabelle) - kann sich aber auch auf EINEN Kandidaten beschränken, wenn er das möchte.


    Es kann begründet werden WARUM dieser und kein anderer Dirigent in der Öffentlichkeit so bekannt ist - Es besteht hiezu aber keine Verpflichtung.


    Wie gesagt - Ein leichter Sommerthread - nicht zu ernst zu nehmen, denn eine Wahrheit gibt es in dieser Hinsicht nicht.....


    LG


    aus Wien


    Alfred



    PS: Man sollte IMO jedoch davon Abstnd nehmen seinen persönlichen Favoriten zu "pushen" auch wenn der vielleicht völlig chancenlos ist........

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Marc Minkowsky ist vermutlich unumstritten hoch angeschrieben.
    Bernard Haitink am Ende seiner Karriere ist auch ziemlich gut beurteilt.
    Ricardo Chailly ist m.E. doch einer der Größeren.


    LG, Paul

  • Hallo,


    Ich würde Rattle sagen - der Mann ist relativ medial veranlagt und macht interessante Projekte wie "Rhythm is it", woher ihn vielleicht auch nicht so besonders große Klassikkenner kennen...!


    LG
    Raphael

  • Weil es doch ein bißchen lockerer sein soll, nenne ich mal nur einen Namen:


    Sir Simon Rattle


    weil er vom bundesdeutschen Medienpublikum (nicht nur Fachpunblikum) zur Zeit wohl am ehesten wahrgenommen wird.

  • HARNONCOURT, Nikolaus
    GARDINER, Sir John Eliot
    LEVINE, James

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Wie weise, dass die Einschränlung "lebend" den Namen ausschließt, der nicht genannt werden darf. (Nein, ich meine nicht Voldemort.)


    Zu den bekanntesten Dirigenten im öffentlichen Leben und nicht nur unter solchen Typen wie uns dürften heute gehören:


    Daniel Barenboim (Engagement für den Frieden)
    Simon Rattle (öffentlichkeitswirksame Projekte)
    Nikolaus Harnoncourt (natürlich zählt hier nur die musikalische Leistung :D )


    Andere, die in der Öffentlichkeit gut mitschweben, sind z.B. Masur (iss klar, warum) und Gardiner (siehe Harnoncourt)


    Grüße, Andrew

    „Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“

  • Meiner Meinung nach die unumstrittene Nr.1 was den Bekanntheitsgrad angeht ist momentan Nikolaus Harnoncourt. Kaum jemandem mit dem ich mich unterhalte ( sei es über Dirigenten oder Musik ist im allgemeinen ) ist der Name unbekannt was nicht zuletzt an seinen sehr groß beworbenen Dirigaten in Salzburg oder seinem Neujahrskonzert annodazumal. Wobei ich nicht weiss inwiefern das auf den deutschen Sprachraum beschränkt ist, aber seine Marketing-Abteilung ist wirklich nicht ohne. Selbst Menschen die sonst nichts mit klassischer Musik am Hut haben kennen Harnoncourts Gesichtsausdruck beim Dirigieren 8o


    Danach wirds schon schwerer.


    Auf Platz 2 würde ich Ricardo Muti stellen. Insbesondere seine Haare sind bei der "breiten Masse" äusserst bekannt.


    Als 3. ist mMn Simon Rattle zu nennen.


    Was mir auffällt ist das der Bekanntheitsgrad bei den "Otto-Normal-Verbrauchern" größtenteils auf Äusserliche, optische Parameter zurückzuführen ist und nicht auf spezielle musikalische Leistungen. Andererseits ist das ja auch IMO die Ausgangsfrage dieses Threads.


    Zum Schluss nochmal in der ( gewünschten ) Tabellenform:


    1. Nikolaus Harnoncourt
    2. Ricardo Muti
    3. Simon Rattle

  • Ich finde Alfreds Fragestellung wirklich sehr faszinierend.


    Meine erste Reaktion war die, dass sich in der gegenwärtigen internationalen Musikwelt wohl kein Dirigent finden dürfte, der es tatsächlich geschafft hat zu dem zu werden, was man im Englischen einen "household name" nennt. Jemand, dessen Bekanntheitsgrad weit über das klassische Musikpublikum hinausgeht, und der auch für Leute, die sich eigentlich nicht für Klassik interessieren, den Inbegriff klassischer Musik darstellt. Die letzten beiden derartigen Titanen unter den Dirigenten waren meines Erachtens Herbert von Karajan und Leonard Bernstein.


    Im Vergleich dazu, dürfte der Bekanntheitsgrad zeitgenössischer Dirigenten kaum über das interessierte Klassikpublikum hinausgehen. Bedenken habe ich auch, dass die Nennungen, soweit sie bisher erfolgt sind, vielleicht doch allzu sehr auf einer eurozentristischen Perspektive beruhen. Rattle und Barenboim dürften in den letzten Jahren wohl - auf den deutschsprachigen Raum bezogen - das größte Medieninteresse geweckt haben, Rattle ist, das weiß ich, auch in Großbritannien durchaus bekannt. Muti dürfte aufgrund der Geschehnisse um die Leitung der Mailänder Scala zumindest in Italien ein Begriff sein - ob dasselbe wirklich auch noch nördlich der Alpen gilt, möchte ich bezweifeln. Geht es hier wirklich um den (international) bekanntesten lebenden Dirigenten, müsste meines Erachtens auch der amerikanische und asiatische Markt berücksichtigt werden. Meine Vermutung ist, dass sich dann ein durchaus anderes Bild ergeben könnte.


    Nachdenkliche Grüße


    katlow

  • 1. Claudio Abbado
    2. Daniel Barenboim
    3. Ricardo Muti


    Dirigenten, welche auch der musikalisch nicht interessierten Öffentlichkeit geläufig sind, gibt es meines Erachtens nicht mehr. Vor dreissig Jahren noch hätte man ohne zu überlegen Karajan, Bernstein und Böhm nennen können, da diese Leute auch in den Medien sehr präsent waren.
    Ich habe versucht, die drei Namen auszuwählen, die m. E. noch am ehesten als Generalisten bezeichnet werden können, die seit vielen Jahrzehnten präsent sind und deren Namen vielleicht am bekanntesten sind.

    Man kann wirklich sagen, daß ich Mozart sehr, sehr viel verdanke; und wenn man sich ansieht, wie z. B. meine Streichquartette gebaut sind, dann kann man nicht leugnen, daß ich das direkt von Mozart gelernt habe. Und ich bin stolz darauf!
    Schönberg

  • Hab ich das richtig verstanden? - Es geht um Bekanntheit, nicht um Qualität?
    Wenn es um Bekanntheit geht, würde ich nennen:


    Claudio Abbado
    Simon Rattle
    Mariss Jansons


    :hello:

    ...

  • Hallo Mengelberg,


    Stokowski, Karajan, Bernstein (um nur drei zu nennen) waren weltweit in aller Munde, dazu würde ich Jansons nicht zählen.



    Herzliche Grüße
    von LT :hello:

  • Das traurige und zugleich komische an der Frage ist doch:


    Es gibt garkeinen weltweit bekannten Dirigenten mehr. ;( ;(


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Hallo Liebestraum,
    in Wien etwa genießt Jansons von allen Dirigenten den höchsten Grad an Beliebtheit. Ebenso ist er, wie Mengelberg feststellte, in Skandinavien sehr bekannt, ebenso wohl in den Niederlanden und in Deutschland, und meines Wissens nach ist er auch in den USA eine fixe Größe, was immerhin nicht allen der von Dir aufgezählten gelang.
    Ich denke, das sollte reichen, um ihn als einen der bekanntesten Dirigenten zu nominieren.
    :hello:

    ...

  • Hallo Edwin,


    geh mal auf die Straße und frage mal nach Karajan und Bernstein... :yes:


    Frage die gleichen Leute nach Jansons... :no:



    Herzliche Grüße
    von LT :hello:

  • Hallo Liebestraum,
    ich versteh nicht, weshalb Du Dich dermaßen sträubst, Jansons als einen bekannten Dirigenten anzuerkennen.


    Was soll der unsinnige Satz: "Geh auf die Straße..."? Sag mir einmal, wo ich - im übertragenen Sinn - auf die Straße gehen soll? Nochmals: Jansons ist in Wien der derzeit einzige Garant für einen ausverkauften Abend. Du kannst Dir nicht vorstellen, welche Ovationen es gibt längst bevor er zu dirigieren angefangen hat.


    Mag sein, daß Wien nicht der Nabel der Welt ist. Aber wenn Jansons so unbekannt ist, wie Du suggerierst: Wieso hat man ihn zum Chefdirigenten zweier der wichtigsten europäischen Orchester gemacht? Ein Experiment mit einem No-Name? Ich bitte Dich... :no:


    Du magst Dich also auf den Kopf stellen, mit den Füßen stampfen, Gift und Galle spucken und Karajan hören, bis sich die Schallplatten in einzelne Ringe auflösen: Jansons ist im heutigen Musikleben eine fest etablierte Größe.


    Und daß ich über Geschmack und Gefallen oder Nichtgefallen hier nicht diskutiere, habe ich bereits oben festgestellt.


    :hello:

    ...

  • Vielleicht kein ganz unwichtiger Hinweis:


    Das Thema lautet:

    Zitat

    Der bekannteste lebende Dirigent


    An der hier hervorgehobenen Eigenschaft partizipieren Bernstein und Karajan in einer Weise, die eher Thema eines theologischen Diskussionsforums ist. :baeh01:


    Unsere Frage müssen wir schon unter den hier und jetzt Lebenden ausmachen, und da hat Jansons sicher ganz gute Karten! :yes:


    Grüße von Andrew

    „Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“

  • Um Liebestraum die Akzeptanz von Jansons eine Spur leichter zu machen: Jansons Karriere begann, nachdem er einen Herbert-von-Karajan-Preis gewonnen hatte. (Was glücklicherweise mit seinem Dirigieren nichts Ursächliches zu tun hat. :D )
    :hello:

    ...

  • Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    ....
    Nochmals: Jansons ist in Wien der derzeit einzige Garant für einen ausverkauften Abend. Du kannst Dir nicht vorstellen, welche Ovationen es gibt längst bevor er zu dirigieren angefangen hat.
    ...


    ...was aber mehr darüber aussagt, was die Wiener in Konzerte gehende Klientel von seiner Qualität hält als dass es eine Aussage über seine allgemeine Bekanntheit ist. Also genau das, was du nicht bewerten wolltest!


    :D

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!