Und wie haltet ihrs mit Zugaben?

  • Nach der Diskussion um Schluß- und Szenenapplaus jetzt die Frage:


    Was haben Zugaben für einen Sinn?


    Das Thema ist noch furchtbarer als das vorangegangene. Die Psychologie und die Grobschlächtigkeit kommen hier auf den Punkt. Ich kleide es mal in ein paar Fragen bzw. Feststellungen:


    Bei welchen Stücken/Genres kommen Zugaben überhaupt oder bestenfalls in Frage?


    Gibt es gewisse Standards, wo die Zugabe einfach dazugehört?


    Welche sind das? Solisten? Sänger? Starorchester und Stardirigenten auf Tournee?


    Nach z. B. Bruckners Neunter eine Zugabe - völlig undenkbar?


    Nach einem Requiem?


    Wie schicklich ist es, eine Zugabe nach der anderen zu verlangen?


    Was ist mit dem Da Capo auf der italienischen Opernbühne?


    Zugaben auch nach einem durchschnittlichen Auftritt, bloß weil es ein großer Name ist?


    Inwieweit entsprechen die Zuhörer mit ihrem Zugabeverlangen nur der Erwartungshaltung der Künstler?


    Wie groß ist bei jenen die Enttäuschung, wenn sie nicht zu Zugaben aufgefordert werden?


    Als ganz furchtbar empfinde ich es, wenn vor und während der Zugaben Teile des Publikums schon den Saal verlassen.


    Es gibt sicher noch weitere Gesichtspunkte. Ich halte - um es gleich zu sagen - von Zugaben NICHTS. Die Stärke des Schlußapplaus' ist schon Martyrium für die Künstler genug, wenn sie den Vorstellungen nicht entspricht, die er so in sich trägt.


    Grüße aus Bonn

  • Bemerkenswerte Zugaben bei einem Pollini-Klavierabend:


    Bartok Klänge der Nacht und Hetzjagd aus "Im Freien"


    Schönberg Klavierstücke aus op. 19



    Da ist mir Pollini total sympathisch geworden.


    Das Publikum ist aufgestanden, aber nicht, um zur Garderobe zu stürmen, sondern vor an die Bühnenrampe!


    Wenn sonst bei Zugaben überwiegend an die niederen Instinkte appelliert wird: so konzentrierte Zuhörer wie bei diesen nicht gerade leichtverdaulichen Stücken erlebt man nicht oft.

  • Hallo


    Ich halte sehr viel von Zugaben.


    Natürlich nicht aus "künsterlerischen Gründen"
    Die Erwartungshaltung der Künstler so wie des Publikums wir wahrscheinlich stark divergieren.
    Während Künstler A zugaben als lästig, oder als Unverschämtheit des
    Publikums empfindet, sieht Künstler B darin seine Bestätigung.


    Was passier eigentlich bei einer "Zugabe?"


    Krönt sie den Abend künstelerisch ? Wohl kaum - zumindest aber nur in (siehe Beitrag von Heinz) in Ausnahmefällen.


    Wozu dann ?


    Aus meiner Sicht findet hier Kommunikation zwischen Künstler und Fangemeinde - nicht umbedingt Publikum - statt.


    Der Künstler ist durch die Ovationen des Publikums (oder einem Teil des Publikums) so "gerührt", daß er für diesen Teil quasi "privat", "gratis" spielt - Es gibt ja keine Verpflichtung von Zugaben.


    Ich erinnere mich an ein Orgelkonzert mit Karl Richter in Wien, wo ein fanatisches junges Publikum mit Applausattaken immer neue Zugaben forderte. Der Saal war schon halbleer - aber eine begeisterte Fangruppe hatte sich nach vorne ans Podium gedrängt um STEHEND den Zugaben zu lauschen. Richter ließ sich stets laange bitten, er genoß die Situation. Dann nam er sein Monokel, klemmte es ans Auge und betrachtete scheinbatr ertaund lächelnd das Publikum. Das jubelte dann stets auf, das Monokel war das Signal - jetzt kommt noch was.
    Ich weiß heute nicht mehr wie lange die Zugaben dauerten, war es eine halbe - oder eher eine Stunde. Schließlich drehte die Administration des Konzerhauses (oder war es im Musikverein, nein ich glaube es war im Konzerhaus) das Licht fast völlig ab, um zu Zeigen: Sperrstunde.
    An diesen Abend muß ich immer denken, wenn ich wo lese oder höre, Richters Bach sei nicht zeitgemäß - und war es wahrscheinlich nie.....


    Freundliche Grüße aus Wien


    Alfred

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Ich denke, dass wenn ich von einem Konzert begeistert bin und das Orchester, der Dirigent und die Solisten es geschafft haben, mich zu fesseln, dann will ich von diesem Erleben auch noch mehr...Entschuldigung, aber schön blöd, wenn ich mir sowas entgehen lasse!


    Ich kann Alfred ansich in diesem Punkt zustimmen

    Zitat

    Ich halte sehr viel von Zugaben.


    aber jedoch darf es nicht immer sein.
    Wie Helmut schon angeführt hat, ist es nicht passend nach jedem Schlusswerk noch mal was dran zu hängen.
    Ich erinnere mich mal gerne an das Konzert von vor zwei Wochen. Wäre da eine Zugabe nach der 2.Sinfonie von Brahms gekommen...ich weiß nicht, aber ich finde nach einem solchen Schluss wäre ich nicht so begeistert gewesen...
    Dagegen war die Zugabe vor der Pause von Hope eine regelrechte Medizin! Denn nach Schumanns Violinkonzert war ich immer noch geladen und für die Entladung sorgte erst diese Zugabe!



    Ich denke auch nicht, dass sie im Normalfall die Krönung eines Abends ist...
    Das würde ich eher traurig finden, denn für die Höhepunkte sollte doch eigentlich das Konzert sorgen!



    Zitat

    Aus meiner Sicht findet hier Kommunikation zwischen Künstler und Fangemeinde - nicht umbedingt Publikum - statt.


    Der Künstler ist durch die Ovationen des Publikums (oder einem Teil des Publikums) so "gerührt", daß er für diesen Teil quasi "privat", "gratis" spielt - Es gibt ja keine Verpflichtung von Zugaben.


    Diese Kommunikation war im gewissen Sinne auch vorhanden, denn Hope spielte "für" seine Großeltern...
    Und wir durften bei diesem "Privatkonzert" dabei sein...wir durften "Teil" seiner Familie sein...


    Hier kann man sich auch nochmal über dieses herrliche Konzert informieren (Eindrücke von Peter und mir).


    Gruß, Maik

    Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.


    Sirach 32, 7

  • Salut, Helmut,


    ich sehe es [auch] so, dass die Zugabe [Gabe = selbstloses Geschenk] heutzutasge eine freiwillige Leistung der/des Künstler/s ist. Allerdings kann das Ausbleiben einer erwarteten Zugabe auch Verstimmung hervorrufen.


    Im 18. Jahrhundert war es so, dass bei Aufführungen z.B. bei Opern gewisse als besonders gelungene Nummern wiederholt werden mussten. Das Publikum rief "da capo!". Mozart schreibt beispielsweise am 7./8. Oktober aus Wien:


    [...] Eben komme ich von der Oper; - Sie war eben so voll wie allzeit. - Duetto Mann und Weib etc: und das Glöckchen Spiel im ersten Ackt wurde wie gewöhnlich wiederhollet - auch im 2:t Ackt des Knaben Terzett - [...]


    Über die letzte Vorstellung seiner Oper La Clemenza di Tito in Prag schreibt er:


    [...] - alle Stücke sind applaudiert worden. - der Bendini sang besser als allezeit. - das Duettchen ex A von die 2 Mädchens wurde wiederhollet- und gerne - hätte man nicht die Marchetti geschonet - hätte man auch das Rondó repetirt. [...]


    Das war 1791. 1785/86 war das offenbar noch anders. Leopold Mozart schreibt an seine Tochter, daß er [W.A.M.] ein neues Clavier-Concert ex Eb dazu gemacht, wo er [das etwas seltsames [hier: Seltenes] ist] das Andante repetieren mußte..


    Nach meinen Erfahrungen hängt das Geben einer Zugabe von Künstlerseite aus davon ab, wie der Künstler selbst das Publikum erlebt hat. Hat es nur gefällig geklatscht, ist auch der Künstler beleidigt und - es gibt keine Zugabe.


    Bei der Aufführung von sakralen Werken gibt es keine Zugaben. Ich habe es jedenfalls noch nicht erlebt. Die Aufführung eines Requiem kann als geschlossene Darbietung gelten, die höchstens zu einer inneren Befriedigung führen kann. Hier steht eindeutig das Werk resp. der Geist des Werkes im Vordergrund, nicht die künstlerische Leistung, so gut sie noch gewesen ist.


    Eine Zugabe kann aber auch etwas "Obligatorisches" haben oder sein. So spielt beispielsweise Hilary Hahn zumeist "Largo from Bach" - ein Moment, auf den man sich immer getrost verlassen und freuen kann.


    Eine Zugabe sollte aber eigentlich nur dann [freiwillig] erfolgen, wenn der Künstler dazu "aufgefordert" wird.


    Liebe Grüße
    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Bei mir kommts eigentlich immer auf die Zugabe an sich drauf an. Was ich nicht mag sind z.B. Geiger die unbedingt auf ein Tschaikowsky-Konzert noch eine Paganini-Caprice drauflegen müssen um zu zeigen wie toll sie doch sind. Für mich sollte eine Zugabe schon einen Bezug zum Program liefern und nicht einfach nur "weils halt schön ist" gespielt werden.

  • Was ich nicht mag ist, wenn als Zugabe ein Stück des Konzertprogramms wiederholt wird. Allerdings erlebt man dann häufig, dass das Stück noch besser als im eigentlichen Konzert ist, weil die Musiker gelöst aufspielen.


    Gern habe ich eine Zugabe bei Konzerten mit solistisch hervortretenden Instrumenten, Klavierkonzerte, Violinkonzerte etc. oder Soloabenden, nicht so gern bei Oratorien oder Opern.


    Thomas

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Lieber Helmut ,
    wer einmal in Japan ein bedeutendes Solokonzert erlebt hat , wird zunächst fassunglos staunen , dass dort bis zu fünfzehn Zugaben vorkommen .
    Der Geniesser hat dann soizusagen einen dritten Teil eines Konzertabend s. Und herrlicheste Musik !
    Leider kenne ich keinen solchen Live-Konzertmitschnit .
    Beste Grüsse
    F r a n k

    Frank Georg Bechyna
    Musik & Medizin

  • Hallo Helmut!


    Grundsätzlich würde ich sagen: Mit einer Zugabe sollte der Abend nicht enden. (Aber so ist es ja in der Regel auch nicht. In der Regel ist das Solokonzert ja in der ersten Hälfte und dass das ganze Orchester noch eine Zugabe gibt, habe ich -glaube ich- bis jetzt nur bei den Weihnachtskonzerten des örtlichen Orchestervereins erlebt.) Und ich schließe mich da meinen Vor-Schreibern an, die Zugabe muss irgendwie in den Kontext passen. Wirklich gut in Erinnerung habe ich z.B. eine Zugabe beim letzten Europäischen Musikfest in Stuttgart. Gespielt wurde Cellokonzert von Schumann, Violinkonzert und ein Doppelkonzert von Mendelssohn (was dem Inhalt der ersten Klammer wie ich zugeben muss etwas widerspricht!). Am Ende haben dann die vier Solisten gesagt, die würden die Gelegenheit jetzt nutzen (wenn schon mal vier Solisten da sind) und noch etwas Kammermusik von Mendelssohn machen. Das passte!


    Was ich wirklich schlimm finde, ist, wenn das Publikum geradezu darauf besteht, dass noch unbedingt eine Zugabe kommt und keine Ruhe lässt. (Ich freu mich dann immer wenn der Solist standhaft bleibt und keine bringt :D)

  • Hallo,


    ich denke hier sind wir uns ja alle ziemlich einig.


    Ich freue mich eigentlich immer über eine Zugabe, kenne es allerdings auch nur von Solisten. Ich schliesse mich auch der Meinung an, dass Zugaben beispielsweise nach einem Requiem völlig unangebracht wären, aber ich bin auch überzeugt davon, daß es sowas nicht gibt.


    Ich besitze auch diese Cd (nur Zugaben), ist allerdings zum Teil sehr eigenwilliges Zeug, bei manchen Menschen waren Horowitz' Zugaben ja geradezu berüchtigt.


    Ich finde aber auch, daß man hört, es wurde ja schon angesprochen, daß der Künstler wirklich 'gelöst' spielt, und vor allem die Variationen über ein Thema aus Carmen sind wirklich toll.


    Auf 'Stars and Stripes' hätte ich aber auch verzichten können...


    Dennoch:




    Liebe Grüsse, Moritz

    "Das beste, an dein Übel nicht zu denken, ist Beschäftigung."
    Ludwig van Beethoven

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  • Zugaben in Maßem finde ich einen ganz netten Abschluß. Vor allem wenn sie vom Interpreten noch irgendwie persönlich eingeleitet werden.
    Was ich überhaupt nicht mag sind Zugabenorgien die schon länger dauern als der zweite Teil des Programms und überhaupt keinen Zusammenhang mit dem restlichen Abend haben.

    "Du siehst mein Sohn, zum Raum wird hier die Zeit"

  • Was haben Zugaben für einen Sinn?


    Den Zuhörer erfreuen?


    Gibt es gewisse Standards, wo die Zugabe einfach dazugehört?


    -Nein. Ist doch eher immer freiwillig,oder?


    Nach z. B. Bruckners Neunter eine Zugabe - völlig undenkbar?


    -
    Nach einem Requiem?


    -Völlig undenkbar; es ist eine TotenMESSE (bzw.Musik zur Totenmesse).


    Wie schicklich ist es, eine Zugabe nach der anderen zu verlangen?
    -
    Was ist mit dem Da Capo auf der italienischen Opernbühne?
    -
    Zugaben auch nach einem durchschnittlichen Auftritt, bloß weil es ein großer Name ist?
    - Nein...dann nicht.Nur wenn die Zuhörer es wollen,die Stimmung gut ist etc.


    Inwieweit entsprechen die Zuhörer mit ihrem Zugabeverlangen nur der Erwartungshaltung der Künstler?
    -
    Wie groß ist bei jenen die Enttäuschung, wenn sie nicht zu Zugaben aufgefordert werden?
    -Bei mir sehr groß. Aber es ist Sache des Solisten. Wenn der die Zugabe nur halbwegs gut spielt,fände ich das nicht gut. Also wenn Zugabe,dann mit vollem Elan und guter Laune etc.


    Als ganz furchtbar empfinde ich es, wenn vor und während der Zugaben Teile des Publikums schon den Saal verlassen.
    -Finde ich auch.

  • Ich bin (da in der Provniz zu Hause) kein großer Konzertgänger, aber eines meiner großartigsten Erlebnisse war ein Klavierabend von Gulda (Berlin 1995):
    Nach dem Programm (Beethovens opp. 13, 110, 111) begrüßte Gulda das Publikum mit einem trockenen "Guten Abend". Dann spielte er, wenn ich mich recht erinnere, Präludium&Fuge in As-Dur aus dem WTK (weiß nicht mehr welches), mit der Begründung, es sei ja heute abend eine As-Dur-Fuge schonmal vorgekommen. Natürlich durfte er nicht gehen. Es folgte das Finale aus Mozarts letzter Klaviersonate. Gulda wies darauf hin, dass er nun wirklich zum Flughafen müsse, keine Chance. Daraufhin spielte er dann zuerst den Anfang der Meistersingerouverture (als Beispiel für einen weiteren von ihm sehr geschätzten Komponisten) und begann dann frei über Fetzen aus Wienerischer Musik, Walzer und was weiß ich zu improvisieren (wobei er teils mitsang). Die Stimmung war bombenmäßig, auch Gulda, der zuerst etwas distanziert und schüchtern gewirkt hatte, erwies sich als sehr charaismatischer Typ...


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Ich halte davon nichts. Das Konzertprogramm hat mich geschlaucht (bei diesem Wirbel kann keiner schlafen). Außerdem sehe ich als Fata morgana schon eine kühle Blonde mit Schaum vor mir stehen. Im Gedanken greife gierig ich danach und höre stattdessen einen "Ungarischen Tanz".
    Meine Frau dagegen genießt die Zugaben als Abrundung, Ergänzung eines schönen Konzertabends.


    Was glaubt Ihr, was mein nahezu legendäres Durchsetzungsvermögen
    bewirkt?
    1 Kann ich das Bier früher trinken?
    2 Bleibe ich durstig bis zur letzten Zugabe?

    Otto Rehhagel: "Mal verliert man und mal gewinnen die anderen".
    (aus "Sprechen Sie Fußball?")

  • Meine Faustregel: Je solistischer desto Zugabe.


    Arien- oder Liederabende (Winterreise vielleicht ausgenommen) ohne Zugabe finde ich aus ähnlichen Gründen wie Alfred seltsam - das ist wie "Ware geliefert - fertig und aus"; und gerade Sängerund Instrumentalsolisten haben so ihre "Schmankerl", auf die unterschwellig die ganze Fangemeinde wartet.


    Bei Orchesterprogrammen hängt es letztlich von den regulären Stücken ab, die gespielt werden; wenn's zum Programm passt - gerne. Zudem erlaubt: Eine Kostprobe eines "Hauskomponisten" eines tourenden Orchesters.


    Bei Requien sind Zugaben fast nicht vorstellbar; bei geistlichen Programmen könnte evtl durchaus auch eine kurze Kantate oder ein Choral als Zugabe gegeben werden.
    Das "da capo" in Opern halte ich für quälend, weil es die Dramaturgie zerstört (ich bin auch gegen Zwischenapplaus in einer durchkomponierten Oper oder an Stellen, die dramaturgisch direkt zusammen gehören).

  • Beim Thread über Donizettis "L'elisir d'amore" hatte ich schon ausgeführt, daß ein Dacapo zum eisernen Bestand eines Pavarotti-Nemorinos gehörte. Doch Zugaben (keine Encores) waren für mich bei Opernaufführungen undenkbar, bis Pavarotti mich wieder eines Besseren belehrte. Nach einer "Bohème" in Hamburg war der Beifall nicht enden wollend (bei Domingo- und Pavarotti-Auftritten gab es einen Wettstreit um den längsten Applaus), das Orchester war längst verschwunden, und so ließ Pavarotti einen Flügel in den Orchestergraben schieben und sang "Nessun dorma" und zum Abschluß "O sole mio", und das nach einer "Bohème"! Nun sage einer, Oper hat nichts mit Zirkus zu tun.


    Sune

  • Hallo,


    Zugaben lehne ich ab.


    Ich gehe nicht selten in Konzerte. Eine Zugabe war für mich noch nie eine Bereicherung des Konzerts, es hat fast immer während des Konzert erreichtes Wohlgefühl reduziert.


    Zum Beispiel: Ein mittleres Beethovenstreichquartett / Pause / ein Bartokstreichquartett. Das ist ein wunderbares, konzentriertes Konzert: intensiv, emotional und alles hat Hand und Fuß. Vierzig Minuten strenger Beethoven, dann fünfunddreißig Minuten in die Welt des virtuosen Bartok. Elektrisierende Spannung, niemand hustet. Nach dem letzten Akkord zehn lange Sekunden konzentrierte und gespannte Ruhe. Dann wird plötzlich (für ein Kammermusikkonzert stürmisch) applaudiert, die vier weltbekannten Musiker treten einmal, zweimal und auch dreimal, da das Applaudieren nicht aufhört, höflich und erfreut nach vorne, treten wieder zurück, die Spannung der Musik liegt noch im Raum und in den Gemütern. Weiteres Applaudieren - das wäre ein gelungenes Ende gewesen. Der Schluss auf dem Zenit des guten Gefühls. Publikum und Interpreten auf dem Höhepunkt gegenseitiger Gefallens- und Achtungsbekundung.


    Aber dann: Sie treten wieder heraus, setzen sich. Es wird still - Zugabe. Man raunt erfreut über das Scherzo aus dem xten Streichquartett von y.


    Nach drei Minuten ist das flotte Stück beendet. Es folgt ein kurzer höflicher Applaus. Das Licht geht an.


    Wie alle verlasse ich entspannt und durch die Zugabe aufgelockert bis gleichgültig den Saal. In der S-Bahn resümiere ich: Die Spannung, das starke und ernsthafte musikalische Gefühl hat sich für mich und den ganzen Saal in mehr als einer Stunde allmählich aufgebaut - und wurde in drei Minuten wieder zerstört. Warum bin ich nur wieder geblieben? Natürlich aus Höflichkeit. Beim nächsten Mal werde ich vor der Zugabe gehen (wie ich es mir nach jedem Konzert sage - und dann doch wieder aus Gründen der Höflichkeit bleibe. Was aber eigentlich nicht richtig ist).


    Oder?


    Gruß,


    Uwe

    Ich bin ein Konservativer, ich erhalte den Fortschritt. (Arnold Schönberg)

  • Eine Frage an die "älteren" Jahrgänge!
    Mein Opa berichtet immer vom Wiederholen von Arien innerhalb der Aufführung!!So erinnert er sich lebhaft daran wie in einer Hochzeit des Figaro die dritte Figaroarie ("Ach öffnet eure Augen") 3mal gesungen werden musste weil der Applaus einfach nicht nachlies und viele weiter solcher Geschichten.
    Habt ihr auch solche Erfahrungen gemacht, denn heute ist das ja im Regelfall undenkbar...


    mfg

  • Hallo,
    aus den von Uwe geschilderten Gründen geben wir bei unseren Quartett-Konzerten normalerweise auch keine Zugaben.


    Was soll bitteschön denn nach einem 10 Schostakowitsch- Quartett noch kommen, die ganze Stimmung würde meiner Meinung nach kaputtgemacht.


    Allerdings gibt es dann auch genügend Zuhörer, die enttäuscht sind, da sie sich auf eine Zugabe gefreut haben.
    Man kann es halt nicht jedem recht machen.......


    Ich denke, es hängt auch von der Programmgestaltung ab.
    Wenn das letzte Werk am Abend ein derartig tiefsinniges war, dann sollte man es sich gut überlegen, den Wiederhall dieser Komposition in den Köpfen der Zuhörer zu zerstören.


    Unsere Konzerte sind meistens eh so lange, daß die Zuhörer froh sind, wenn wir endlich fertig sind :D :D :D :D :D :D


    War nicht ernst gemeint....... :)


    LG,


    Michael

  • Zitat

    Original von richard logiewa
    Eine Frage an die "älteren" Jahrgänge!
    Mein Opa berichtet immer vom Wiederholen von Arien innerhalb der Aufführung!!So erinnert er sich lebhaft daran wie in einer Hochzeit des Figaro die dritte Figaroarie ("Ach öffnet eure Augen") 3mal gesungen werden musste weil der Applaus einfach nicht nachlies und viele weiter solcher Geschichten.
    Habt ihr auch solche Erfahrungen gemacht, denn heute ist das ja im Regelfall undenkbar...


    mit freundlichen Grüßen


    Als "mittelalter Jahrgang" ;) weiß ich, daß Rolando Villazon im "L'elisir d'amore" zweimal "Una furtiva lagrima" zum Besten gab.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


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  • Hallo Richard,


    In Opern passierte das früher oft. Dreimal hab ich noch nie erlebt. Meistens wurde nicht die ganze Arie gesungen, sondern ein (Schluß-)Teil.
    Bei Operette war das nicht üblich, dachte ich.
    In Liedervorträge hab ich das nur einmal erlebt, aber da wurde tatsächlich das Lied wieder vom Anfang an gesungen. Bei Lieder ist es eher eine Sache von mehr Zugaben.


    LG, Paul

  • Tschou zäme, Ihr Lieben,


    Ich möchte diesen Thread wachküssen, angeregt durch eigenes Erleben und durch eine Bemerkung von Stabia. Sie schreibt:


    „Der Beifall - auch von den Kollegen - war gewaltig und veranlaßte den Pianisten, als Zugabe auch noch Schubert Impromptus 2 und 3 dazuzugeben, als sei das Geleistete noch nicht genug Demonstration der eigenen Fähigkeit.
    Für mich war der Schubert schön, aber zuviel, ich wäre gerne im Banne der Schlußfuge geblieben.“


    Ich finde die Zugaberei eine Unsitte. Uwe Schoof spricht mir aus dem Herzen.


    Ich entscheide mich für einen Konzertbesuch primär aufgrund des angekündigten Programms und erst sekundär aufgrund der Namen der Interpreten.


    Das Programm hat meistens (na ja...) ein gewisses Konzept und eine Stringenz in der Abfolge der Musikstücke. Nun kann es aber geschehen, dass der bezweckte Konzerteindruck, durch eine ungeschickte Wahl der Zugaben empfindlich beeinträchtigt wird.


    Beispiel: Ich erlebte vor einer Woche Rachmaninows 3. Klavierkonzert mit Marc-Andre Hamelin und dem Berner Sinfonieorchester unter Andrey Boreyko: Eine beglückend luzide Interpretation dieses Schinkens: Es gab standing ovations, verdientermassen!

    Soweit, so gut. Eigentlich hatte ich genug Klavierenergie in den Hörgängen und Hirnschluchten... aber es gab noch Zugaben: Hamelin gab eine sentimentale Liszt-Bearbeitung eines Chopinstückes: Die Energie von "Rach 3" war weg!!!
    Wieder standing ovations (nichts dagegen!). Eine weitere Zugabe: Alexis Weissenberg: Toccata aus der Jazzsonate: berserkerisch, wuchtig, irrwitzig. Das Publikum tobte. Ich war phasziniert und erschlagen gleichzeitig.


    Ich liiiiebe Hamelin und ich verzeihe ihm alles, aber warum nach dem grossen Klavierkonzert noch einmal solche Klangmassen? Nur mit viel Mühe konnte ich mir die Atmosphäre des Rachmaninow wieder rekonstruieren.
    Und es ist ja beileibe nicht so, dass ich meinem Liebling nicht noch gerne zuhören möchte. Für mich war es einfach zuviel, für andere offenbar nicht.


    Ich kann Dutzende von Beispielen anführen, wo mir die Zugaben die Konzertstimmung trübten.
    Denn ich bin nicht vorbereitet auf diese Musik. Vielleicht will ich sie gar nicht hören. Vielleicht wird mir ein Stück zugemutet, das in mir traumatische Erinnerungen auslöst. Ich will wissen, was auf mich zukommt.
    (Ich kauf mir Spaghetti, und weils grad eine Aktion ist, gibts gratis noch eine Fertigsauce dazu. Dabei wollte ich doch nur etwas Butter darüber, und jetzt muss ich auch noch alle Saucen-Stabilisatoren verdauen, weil ich nicht den Mut habe, die Sauce nicht anzunehmen, sprich das Konzert vor den Zugaben zu verlassen.)


    Die Zugaberitis führt meines Erachtens sogar dazu, dass bei bekanntermassen zugabefreudigen Interpreten, das Konzertprogramm relativ kurz gehalten wird, damit der Konzertabend durch die x-Zugaben nicht überfrachtet wird (Sokolow/Kissin)...


    Mit lieben Adventsgrüssen,

    Walter

  • Zitat

    Original von richard logiewa
    Eine Frage an die "älteren" Jahrgänge!
    Mein Opa berichtet immer vom Wiederholen von Arien innerhalb der Aufführung!!So erinnert er sich lebhaft daran wie in einer Hochzeit des Figaro die dritte Figaroarie ("Ach öffnet eure Augen") 3mal gesungen werden musste weil der Applaus einfach nicht nachlies und viele weiter solcher Geschichten.
    Habt ihr auch solche Erfahrungen gemacht, denn heute ist das ja im Regelfall undenkbar...


    Lieber Richard,


    So manche Sänger wären zu Wiederholungen schon bereit. Daß das in Opernhäusern kaum mehr passiert, hängt mit den teuren Überstundenkosten zusammen, die beim Überziehen des vorgesehenen, oft knappen Zeitrahmens für das übrige Personal anfallen.
    Als Rolando Villazón in Wien seine Nemorino-Arie wiederholte, tat er das erst, als Direktor Holaender seine Zustimmung signalisiert hatte. Ohne diese hätten auch die Beifallsstürme nichts ausgerichtet. Die Wiederholung fiel übrigens nach ziemlich übereinstimmendem Urteil und auch nach meiner Meinung noch besser aus als die "Erstfassung".


    LG


    Waldi

  • Hallo,


    ich möchte dieses Thema (mal wieder :D) von der Seite der Chormusik aus beleuchten. A-capella Chorkonzerte haben ansich eine völlig andere Struktur als bspw. Sinfonie-Konzerte. Sie bestehen zumeist aus einer Vielzahl von gesungenen Werken von vielen verschiedenen Komponisten. Häufig wird auch thematisch gemischt, es erklingen geistliche und weltliche weltliche Lieder in einem Programm, oft auch aus vielen Jahrhunderten.


    Zugaben bei einem Chor-Konzert sind meiner Erfahrung nach nahezu Pflicht. Hat man das Publikum mit dem "Pflicht"-Programm hingerissen oder begeistert, wird mindestens eine Zugabe erwartet. Diese Erwartung nicht zu erfüllen und nach dem Schlussapplaus einfach abzugehen, wird vom Publikum als unhöflich empfunden. Ein Chor kann auf einem Chor-Konzert sehr stark auf das Publikum eingehen, spontan auf Weisung des Dirigenten die Reihenfolge zu ändern, Werke kürzen, Strophen weglassen oder hinzunehmen, Tempi der Stimmung anpassen. Die Zugabe ist ein ganz wichtiges Merkmal dieser Chor-Publikum-Beziehung. Die Reaktion des Pubikums entscheid so auch über die Art und Anzahl der Zugaben, die übrigens durchaus auch völlig spontan vom Chorleiter entschieden werden können.


    Die Zugabe kann jedoch auch das Programm zusätzlich abrunden. Oft werden mitreißende und "knallige" Werke an das Ende des Konzerts gesetzt. Bei einem Konzert am Abend ist es ungeheuer wirkungsvoll, als (letzte) Zugabe ein Abendlied anzustimmen und so auf die Nacht einzustimmen. Ich bekomme als Chorsänger immer eine Gänsehaut, wenn als letztes Lied des Abends in einer abgedunkelten Kirche "Der Mond ist aufgegangen erklingt, und das Publikum mit geschlossenen Augen genießt, leise mitsummt oder sogar Tränen der Rührung vergießt.


    Liebe Grüße, der Thomas. :hello:

  • Lieber Alfred,


    nur eine marginale Korrektur: Karl Richter trug seinerzeit kein Monokel, sondern eine Lorgnette; und zwar nicht als chiques Modeaccessoire, sondern weil er an schwerem Star litt.


    Im übrigen verbat sich Richter bei geistlichen Werken Applaus schon im Programmblatt, weshalb bei ihm nach derlei Musiken an eine Zugabe - etwa die Wiederholung eines Schlußchors o.a. - erst gar nicht zu denken war.


    Nichts für ungut,


    Gerd

    Einmal editiert, zuletzt von Gerd ()

  • Zitat


    Original von Chorknabe
    Zugaben bei einem Chor-Konzert sind meiner Erfahrung nach nahezu Pflicht. Hat man das Publikum mit dem "Pflicht"-Programm hingerissen oder begeistert, wird mindestens eine Zugabe erwartet. Diese Erwartung nicht zu erfüllen und nach dem Schlussapplaus einfach abzugehen, wird vom Publikum als unhöflich empfunden. [...] Oft werden mitreißende und "knallige" Werke an das Ende des Konzerts gesetzt. Bei einem Konzert am Abend ist es ungeheuer wirkungsvoll, als (letzte) Zugabe ein Abendlied anzustimmen und so auf die Nacht einzustimmen.


    Ich kann Chorknabe in jedem Punkt nur zustimmen. Bei Chorkonzerten sind Zugaben einfach Pflicht, das Publikum erwartet mindestens eine! Entweder ist das dann ein "Reißer" und wird vom Publikum oft als tollstes Stück des Abends empfunden (nicht was den Schwierigkeitsgrad betrifft, sondern weil es so mitreißend und fetzig ist), oder es ist ein besinnliches Abendlied, sodass die Leute wieder zur Ruhe kommen.

  • Ich habe ein Problem mit Zugaben, die nicht zum Konzertprogramm passen. Sehr gerne macht dies das Hagen Quartett, welches ich sonst sehr schätze. Also zB Quartette von Haydn, Mozart und Schumann - und dann als Zugabe ein atonales Stück von einem lebenden Komponisten.


    Was der Sinn einer solchen Zugabenauswahl sein soll ist mir bis heute verborgen geblieben.

    "Das Leben ohne Musik ist einfach ein Irrtum" - Nietzsche

  • Liebe mezzo,


    Das Schöne an Chorkonzerten ist der Umstand, dass jedes Chormitglied (v.a. bei Laienchören) die halbe Verwandt- und Bekanntschaft zum Konzertbesuch motivieren kann: Die Fangemeinde ist also unendlich reicher bestückt als im „normalen“ Sinfonie-, Kammermusik-, oder Solistenkonzert. Und die Fans wollen eben Futter.


    Um nicht missverstanden zu werden: Auch wenn ich mich etwas gar ultimativ gegen die Zugaberei verlauten lasse, muss ich einräumen, dass ich mich bei berührenden Konzerten gerne zu intensiver Klatscherei verführen lasse (aufgestaute Energie ablassen...) und unmöglich das heilige Geschehen vorzeitig verlassen kann, um mich vor den Zugaben zu „schützen“.


    Auch ich kann akzeptieren, dass die freudige Energie des Geschehens durch Zugaben noch etwas verlängert wird. Aber alles hat ja bekanntlich zwei Seiten: Das Konzertprogramm führt mich (im besten Fall) in die beabsichtigte Stimmung der angekündigten Werke: die Zugaben aber verwischen diese wieder.
    Sie schenken hinwiederum ein allgemeines Gefühl von Freude und Dankbarkeit, das weiss Göttin auch nicht zu verachten ist.


    Mit liebem Gruss


    Walter

  • Meine Lieben,


    Letztlich kommt es nur auf den Anlaß an. Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker wäre ohne Zugaben nicht denkbar, die gehören zum Programm (und teilen sich bekanntlich in solche, die von Jahr zu Jahr variieren und die feststehenden). Wobei die Konzerte unserer Philharmoniker und anderer Wiener Orchester auch sonst gern mit gewissen Standardzugaben schließen.
    Nach irgendeiner Kantate o.ä. sind dafür Zugaben meist nicht das Wahre. Aber wenn z.B. während des regulären Programms technische Geläufigkeit demonstriert wurde, freut man sich über Weiteres oder auch den Beweis, daß auf dem Podium nicht nur technische Brillanz beherrscht wird.
    Schließt das reguläre Programm also nicht mit etwas spezifisch Weihevollem, dann ist es zumindest in Wien ein Gebot der Höflichkeit, im Konzert bei entsprechendem Beifall meist etwas zuzugeben. Man signalisiert dem Publikum damit, daß man den Applaus dankbar entgegennimmt und sich dafür gleichsam zurückbedankt (es gibt ja auch Leute, die betrachten das Auditorium nur als lästige Notwendigkeit).
    In der Oper sind Zugaben eine Seltenheit, und auch die Kiepura-Sitte, vor dem Bühnentürl den verzückten Anhängern noch etwas vorzu schmettern, ist abgekommen - was ich auch begreiflich und vernünftig finde. Zumindest vor dem Bühnentürl der Wiener Oper herrscht nicht eine so gesunde Luft, daß man sie für Extrastimmakrobatik empfehlen könnte.
    Sollte ich aber zufällig einmal dort vorbeikommen, wenn tatsächlich jemand eine Zugabe liefern sollte, werde ich bestimmt nicht das Weite suchen, sondern händeklatschend und rücksichtslos hoffen, daß der Ohrenschmaus lange währt!


    LG


    Waldi

  • Ich kann verstehen, wenn jemand vollkommen gegen jede Form der Zugabe ist. Bei mir hängt es immer sehr vom Programm ab.


    Bei Opern bin ich sehr gegen Wiederholungen, denn dadurch verkommt ein Drama zur Zirkusnummer. Man stelle sich beispielsweise vor, Otello müßte seinen Schlussmonolog unter dem Jubel des Publikums ein zweites mal vortragen oder Wotan mehrmalig Abschied von Brünnhilde nehmen. :wacky:
    Konsequenterweise gibt es natürlich Opern, die wiederum mehr mit einer Zirkusnummer zu tun haben, als mit einem Drama - weshalb dann eine Wiederholung unter Umständen erträglich sein kann.


    Ich habe schon Liederabende erlebt, wo bei vielen Zugaben eine schöne Atmosphäre entstanden, die allen Beteiligten zu Gefallen schien.
    Das sich ein mit der Winterreise schließender Abend dazu genausowenig eignet, wie ein Klavierabend, der mit der h-moll-Sonate endet, versteht sich von selbst.


    Es mag aber Leute geben, die auch nach Verdis Requiem und Mahlers Neunter Sinfonie gerne ein Zugabe hätten. Ist nicht verboten, gehörte es aber.


    Gruß
    Sascha

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