Donizettis "Lucia di Lammermoor" - Welche Aufnahme ist empfehlenswert?

  • Lieber Frank!


    Das war ja das Pech, dass viele Opernsänger bei einer LP Gesellschaft verpflichtet waren,


    die Callas bei der EMI, wie es auch die Schwarzkopf war, die Güden bei der DECCA.


    Deshalb gab es damals zur Zeiten der DG eben diese Besetzungen, wo Maria Stader, fast alles sang.


    Und so schlecht war sie wieder auch nicht, natürlich keine italienische Sängerin, aber Ernst Haeflinger war ja bestimmt auch kein italienischer Sänger, so wird diese Lucia etwas Tenor-lastig.


    Liebe Grüße sendet Dir Peter, hoffentlich hast Du es schon warm in den Räumen. :hello::hello: :hello:

  • Zitat

    Ich habe nur Scotto, Callas und Dessay........


    F.Q.


    Hallo liebe Feen-Königin!


    Dann entgeht dir eine der allerbesten Lucias:


    Beverly Sills


    Ich besitze zwei Aufnahmen mit ihr als Lucia:

    mit Bergonzi und Cappuccilli


    Eine absolute Traumaufnahme, vor allem dank des famosen Dirigats des Herrn Schippers und der uberragenden Sills und des ebenso guten Cappuccilli. Bergonzi singt sehr gut, aber er ist einfach nicht mein Favorit für diese Rolle.


    Mit meinem Favoriten ist sie hier zu hören:

    mit Luciano Pavarotti (1972)


    Der Enrico ist hier zum Vergessen, aber das herrliche Duo Sills/Pavarotti und das gute, aber nicht so mitreissende Dirigat von Lopez-Cobos machen diese Aufnahme unbedingt hörenswert. Da die zweitgenannte Lucia eine Live-Aufnahme ist, ist die Tonqualität nicht berauschend, aber ganz okay.


    Daher, meine liebe Fairy, rate ich dir, in die erstgenannte Lucia unbedingt mal reinzuhören. :jubel:


    LG Joschi

  • Hallo!


    Ich plane meine Lucia-Sammlung noch zu erweitern, welche der folgenden Aufnahmen könnt ihr mir empfehlen:



    Sills, Kraus (bin kein Kraus-Fan-daher ein wenig skeptisch)



    Sutherland, Pavarotti (Bonynges Dirigate mochte ich nie besonders, er verlängert die dramatischsten Szenen meist unnötig, daher bin ich skeptisch)



    Caballe, Carreras (kann Carreras diese Rolle packen?)



    Domingo (siehe Carreras)



    Sutherland und Pritchard sollten passen, aber den Namen Cioni hab ich im Zusammenhang mit Opern noch nie gehört.



    Gruberova, Kraus (zu Kraus hab ich mich schon geäußert)


    Nun wisst ihr meine Erweiterungskandidaten. Bei welchen soll ich zuschlagen?


    LG Joschi

  • Für die letzte Aufnahme unter dem Dirigenten Rescigno spricht vor allem ihre Vollständigkeit, hier finden sich eine Arie des Raimondo, die gewöhnlich gestrichen wird und was noch viel wichtiger ist: die sogenannte Turmszene (ein längeres Duett zwischen Edgardo und seinem Gegenspieler Enrico, der Name Turmszene leitet sich vom Schauplatz ab), bei der ich absolut nicht verstehe kann, warum sie in den alten Aufnahmen gewöhnlich gestrichen wurde.


    Was die Besetzung betrifft, ich bin kein Fan von Edita Gruberova, aber objektiv ist nichts gegen ihre Interpretation einzuwenden. Was Kraus und Bruson betrifft - eindeutig ein Grund sich die Aufnahme zuzulegen.





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    "Thread entspammt"
    LG MOD joschi
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    Il mare, il mare! Quale in rimirarlo
    Di glorie e di sublimi rapimenti
    Mi si affaccian ricordi! Il mare, il mare!
    Percè in suo grembo non trovai la tomba?

  • Zitat

    Original von Zwischenrufer2
    Ich habe die Aufnahme mit der Sutherland unter dem Dirigat von Pritchard und kann sie nur wärmstens empfehlen. :jubel:


    Viele Grüße aus dem Rheinland


    Gerd


    Trotz des Tenors Cioni?


    Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich sie mir wirklich zulegen soll, denn ich bin vor allem auf das Liebesduett gespannt und ich trau es ihm nicht zu mit der Sutherland mithalten zu können... 8)


    LG joschi

  • Zitat

    Original von Alviano


    Was hast Du an Renato Cioni auszusetzen?


    Gar nichts, weil ich ihn nicht kenne. Mir sagt der Name überhaupt nix und gerade bei Donizetti hab ich mit No-Names schlechte Erfahrungen gemacht.


    LG joschi

  • Zitat

    Original von Joschi Krakhofer
    Gar nichts, weil ich ihn nicht kenne. Mir sagt der Name überhaupt nix und gerade bei Donizetti hab ich mit No-Names schlechte Erfahrungen gemacht.


    Hermes meint zu der Aufnahme: "Auch wegen Cionis Edgardo eine Aufnahme, die Bestand hat" ...


    Liebe Grüße Peter

  • Lieber Peter :



    Ich stimme Dir uneingeschränkt zu , dass es in allen derzeit verfügbaren Aufnahmen keine einzige mir bekannte gibt , in der Renato Cioni nicht sehr überzeugend ist .


    Es sind keineswegs nur die Aufnahmen mit Dame Sutherland .


    Als Cioni hochbetagt mit seiner Gattin in dem Verdi - Seniorenstift in Mailland gelebt hat , hat er sogar im Fernsehen noch live gesungen mit erkennbar guter Technik und sauberer Stimmführung .


    Ich kann doch keinen Sänger beurteilen , den ich nicht kenne !


    Beste Grüsse ,


    Frank

    Frank Georg Bechyna
    Musik & Medizin

  • Zitat

    Original von pbrixius


    Hermes meint zu der Aufnahme: "Auch wegen Cionis Edgardo eine Aufnahme, die Bestand hat" ...


    Liebe Grüße Peter


    Da sollte aber unterschieden werden: nur, weil einem persönlich ein Name nicht geläufig ist, ist doch der betreffende Sänger kein "No Name".


    Renato Cioni ist hier als Edgardo stilistisch bestens besetzt und zeichnet sich durch eine hohe Musikalität und geschickte Phrasierung aus. Die Stimme wirkt manchmal etwas eng, aber nie angestrengt und auch die Atembeherrschung ist - so habe ich das in Erinnerung - sehr gut.


    Abraten würde ich unbedingt von Montserrat Caballé als Lucia. Was die Caballé an grauenhaftem Geschrei abliefert, bei insgesamt arg mütterlichem Timbre und weitgehend schmerzhaften Koloraturen, ist eine der unterirdischsten Darbietungen dieser Partie, die ich kenne. Es ist kein Vorteil, wenn die Plattenfirma stolz mitteilt, dass die Caballé die Partie in der originalen Tonlage eingespielt hat, wenn sich das Ergebnis so anhört. Ihr zur Seite steht allerdings ein gut singender José Carreras, für Anhänger/innen dieses Tenors gäbe es dann schon einen doch gewichtigen Kaufgrund für diese Aufnahme.

  • Renato Cioni ist natürlich keineswegs ein Unbekannter: ein eher kleinstimmiger Tenor, der aber sehr gut seinen Klang konzentrieren konnte. Die Rolle des Edgardo kommt dieser flexiblen Stimme gut entgegen. Im Übrigen lässt sich zu der Pritchard-Aufnahme sagen, dass Sutherland zwar schön und technisch sauber singt, aber, vermutlich auch aufgrund von Nachlässigkeiten beim gesungenen Text, ein wenig indifferent im Ausdruck bleibt. Merrill und Siepi sind natürlich sehr üppige Besetzungen für ihre Rollen. Insgesamt ist das aber wirklich eine Aufnahme, die ich auch empfehlen würde - auch und gerade wegen Cionis Edgardo.


    Bei Renato Cioni gibt es aber doch Aufnahmen, in denen er weniger überzeugen kann. Ich denke da zum Beispiel an den Mitschnitt einer Tosca aus London, in der er 1964 unter der Leitung von Carlo Felice Cillario den Cavaradossi singt. Hier ist er nicht ideal besetzt, muss sich sehr anstrengen, klingt übermotiviert und mit der Rolle überfordert. Auch Callas und Gobbi sind da in keiner guten stimmlichen Verfassung. An der Qualität von Cionis Edgardo ändert das natürlich nichts.


  • Ein Argument bei der Anschaffung dieser Aufnahme war für mich auch ihre Erwähnung im Harenberg-Opernlexikon! Ich finde sie einfach
    großartig! :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:


    Viele Grüße aus dem Rheinland


    Gerd

  • Hallo miteinander,


    meine Beweggründe, mir die Sutherland/Cioni-CD zuzulegen, waren wirklich auch Robert Merrill und vor allem Cesare Siepi.


    Die CD kam erst heute an, was ich kurz hörte, hat mich sehr angesprochen. Es ist auf keinen Fall ein Fehlkauf für mich.


    Viele Grüße aus München


    Kristin

  • Liebe Kristin !


    Und ein wundervoller Renato Cioni !


    Man sollte dies bei seinen Mitbewerbern doch nochmals hervorheben !


    Ich bin sicher , dass er Dich überzeugen wird asl grosser Interpret .


    Beste Grüsse ,


    Frank

    Frank Georg Bechyna
    Musik & Medizin

  • Im Rahmen der Neuveröffentlichungs-Welle im frisch aufgestellten Sony-Konzern taucht jetzt eine lange verschollen geglaubte "Lucia"-Aufnahme zum Budget-Preis auf, die ich vor über 10 Jahren mal teuer gekauft habe:



    Gaetano Donizetti (1797-1848 )
    Lucia di Lammermoor

    Aufnahme: 2.–13.8.1997, Abbey Road Studios, London
    Spieldauer: 137'43 min
    Dirigent: Charles Mackerras
    Hanover Band (a1 = 430 Hz)
    London Voices
    Chorleitung: Terry Edwards
    Harfe: Angela Moore, Flöte: Martin Root
    (Originalfassung 1835, vollständig)


    Rollen und Sänger:
    Alisa: Louise Winter
    Arturo Buklaw: Paul Charles Clarke
    Edgardo di Ravenswood: Bruce Ford
    Enrico Ashton: Anthony Michaels-Moore
    Lucia: Andrea Rost
    Normanno: Ryland Davies
    Raimondo Bidebent: Alastair Miles


    Erscheinungstermin: 29.1.2010


    Dass das Orchester manchmal wie die Feuerwehrkapelle von Klein-Buseck klingt, liegt wohl daran dass die Aufnahme darunter firmiert, was hier im Forum "HIP" genannt wird.


    Die Sänger sind jedoch excellent, eine wirklich glaubhafte "Lucia"-Einspielung, die jetzt endlich wieder erhältlich sein wird!


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Hi


    Man beachte, dass bei der Mackerras-Aufnahme die Sängerin der Lucia als letzte angeführt wird! Ist wohl alles andere wichtiger...


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Für alle "Wahnsinnigen", die durch die Wahnsinnsarie in wahnsinnigen Interpretationen zum Wahnsinn gebracht werden wollen, gibt es die wahnsinnige Callas auf einer CD (Nuova Era) mit 4 Wahnsinnsarien, aufgenommen an drei Tagen (den Premierenwahnsinn muss sie wiederholen und ist dabei, wahnsinnigerweise, noch besser) 1952 in Mexiko, wobei der Klang - und das ist Wahnsinn - für Mexiko erstaunlich gut ist und sie sich von Wahnsinnsabend zu Wahnsinnabend steigert und am vierten geradezu wahnsinnige Improvisationen einfügt - ein echter...!
    Wahnsinnig sind übrigens auch die Duette mit dem stimmlich gut aufgelegten Souffleur!
    Einer wahnsinnigen :faint: nahe
    Gustav

  • Hallo!


    Von sehr vielen "Lucias", die ich besitze, ist dies eine meiner meistgespielten Aufnahmen. Auch die ältere Aufnahme mit der Joan Sutherland unter Pritchard ist in etwa gleichwertig. Aber diese hier: Einfach wunderbar!




    Gruß Wolfgang

    W.S.

  • Meine "Lieblings-Lucia" ist Sutherland - trotz Callas - , daher liebe ich auch nach wie vor die Aufnahme von Bonynge mit seiner Frau, Pavarotti, Milnes und Ghiaurow !

  • Ich habe zwei Tosca Aufnahmen, einmal diese:



    Callas, di Stefano, Gobbi, von 1953.
    Sicherlich eine hervorragende Aufnahme, auch die Callas ist hier großartig. Es handelt sich aber um eine alte Mono-Aufnahme.



    Trotzdem höre ich diese neuere Aufnahme der Lucia mit Abstand am liebsten:



    Tosca: Désirée Rancatore
    Edgardo: Roberto de Biasio
    Enrico: Luca Grassi
    Raimondo: Enrico Giuseppe Iori


    Chor und Orchester: Bergamo Musica Festival Gaetano Donizetti
    Antonio Fogliani


    Désirée Rancatore hat eine sehr weiche Stimme als Lucia. Roberto de Biasio ist einfach großartig, ich verstehe nicht, warum man von diesem Tenor so wenig hört und es nur so wenige Aufnahmen von ihm zu kaufen gibt. Iori ist ein beeindruckernder Raimomdi.

    Viele Grüße,


    Marnie

  • Die ist und bleibt meine beste.




    Gebraucht bei amazon für 62 Euro zu haben. Ein stolzer Preis.


    LG,Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Liebe Forianer,


    vor uns liegt die orchestral schwächste Aufnahme des Stereo-Zeitalters:



    Valery Gergievs dirigentischen Leistungen sehe ich eher zwiespältig. Es gibt unter seiner Leitung ganz hervorragende Aufnahmen des russischen Repertoires: "Ruslan ud Ludmilla" (CD/DVD), "Boris"...


    Aber es gibt eben auch den anderen Gergiev..., dass sind Aufnahmen, die eine gewisse Getragenheit, wie z.B. seine "Bilder einer Ausstellung", dass es einem fast die Schuhe auszieht, bis hin zu Tempi-Vorstellungen die völlig abstrus sind, wie bei seiner Decca-Schwanensee-CD-Einspielung.


    Leider ist die "Lucia" nicht gelungen.


    Diesen Gesamteindruck können auch die allesamt beachtlichen Leistungen der Solisten, allem voran Dessay und Beczala, nicht wettmachen. Das Orchester lässt sich nicht beflügeln, wird von Gergiev zu hart an die Kandarre genommen, dass nur ein zäh-blutleeres Musizieren zu Gehör gebracht wird. Da funkelt nichts - gar nichts! - Donizettis Juwel-Partitur plattgemacht!


    Schade - Mein bislang schlimmster Fehlkauf des Jahres 2011...


    :hello: LT

  • Schade - Mein bislang schlimmster Fehlkauf des Jahres 2011...


    Danke für den Beitrag - ich wollte mir diese "Lucia" bestellen. Ich denke, ich lasse das ...


    Gruß
    Manfred

    "Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
    Enrico Caruso


    "Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
    ("Gebt mir keine Ratschläge, Fehler kann ich auch allein machen".)
    Giuseppe di Stefano

  • Da hab ich es gut - ich muss als Lucia-Verächter das alles nicht kaufen. Aber ist meine sehr persönliche Meinung. "Liebestrank" und "Don Pasquale" mag ich übrigens gern.

    Wer gewinnt im Kampf "Künstliche Intelligenz" gegen "menschliche Dummheit"?

  • Ich persönlich kann diese Aufnahme empfehlen, in der mir die Protagonistin der Titelrolle, Roberta Peters, wesentlich besser gefällt als als Königin der Nacht in der Refernzaufnahme der Zauberflöte unter Karl Böhm. Chor und Orchester der Römischen Oper unter Erich Leinsdorf tun in dieser 44jährigen Aufnahme ein Übriges.


    Liebe Grüße


    Willi

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Zitat Marnie:


    Ich habe zwei Tosca Aufnahmen, einmal diese:


    Callas, di Stefano, Gobbi, von 1953.


    Trotzdem höre ich diese neuere Aufnahme der Lucia mit Abstand am liebsten:


    Tosca: Désirée Rancatore
    Edgardo: Roberto de Biasio
    Enrico: Luca Grassi
    Raimondo: Enrico Giuseppe Iori


    Chor und Orchester: Bergamo Musica Festival Gaetano Donizetti
    Antonio Fogliani


    Faszinierend, liebe Marnie. Ich habe mir immer gedacht, daß Floria Tosca eine hervorragende Lucia gewesen wäre. Nicht nur wegen der Szene mit dem blutigen Nachthemd. Beide verbindet ja eine Art pervertierte Deflorationshandlung - beide bringen den unrechtmäßigen Beilagergenossen kurzerhand um.


    :hello:

    Zerging in Dunst das heilge römsche Reich


    - uns bliebe gleich die heilge deutsche Kunst!

  • Lieber farinelli,



    selbsteverständlich hast Du recht. Ich war wohl in meinen Gedanken woanders. Das muss natürlich zwei Aufnahmen der "Lucia" heißen.


    Da ich die Tosca mit der Callas aber auch besitze, mag es wohl sein, dass ich sie vielleicht gerade gehört habe, als ich meinen Beitrag geschrieben habe. Ich kann mich nicht mehr erinnern ?(

    Viele Grüße,


    Marnie