Der Wald in der Musik

  • Hallo,


    Hier bin ich mal wieder, der "Programm-Fan" mit einer neuen Frage - Der Wald in der Musik - wo ist er zu finden?


    Es gibt ja schon einen kleinen, feinen Thread über einzelne Bäume...aber über mehrere? ?( :D
    Ich träumt' in seinem Schatten - Der Baum in der Musik


    Ich will gleich anfagen, was mir so spontan einfällt:


    Albert Roussel: "Le poème de la forêt" (Symphonie Nr.1, Op.7)
    Anton Dvorak: "Aus dem bömischen Wald" Op.68
    Alexander Glasuow: "Der Wald" Op.19
    Robert Schumann: "Waldszenen" Op.82
    Fridrich Burgmüller: "Erwachen im Walde" aus Op.109
    Benjamin Britten: "Midsumemrnight's Dream" - Schon im Vorspiel knarren die alten Bäume...


    So...jetz seid ihr an der Reihe... :D


    LG
    Raphael

  • Da gibt es aber sehr viel. Spontan fallen mir ein


    Raff: 3. Sinfonie ("Im Walde“)
    R. Strauss: Eine Alpensinfonie
    Bruckner: 4. Sinfonie
    Schubert: Wanderers Nachtlied
    Wagner: Der Ring des Nibelungen


    Die Romantik ist voll davon.


    Loge

  • Bei "Wald" denke ich sofort an Schönbergs "Erwartung".


    In diesem Werk prägt der Wald ganz besonders die Stimmung. Ich finde, er gibt der Musik einen in bestimmten Momenten unheimlichen, fast surrealen Hauch.


    Uwe

    Ich bin ein Konservativer, ich erhalte den Fortschritt. (Arnold Schönberg)

  • Dvorak: "Waldesruh'" (Cello und Orchester/Klavier)


    Schostakowitsch: "Das Lied von den Wäldern" (Oratorium)


    Popper: Suite "im Walde" (Cello und Klavier)

  • Mendelssohn: Die erste Walpurgisnacht


    Eine weltliche Kantate für Soli, gemischten Chor und Orchester. Ein tolles Stück.


    Loge

  • Aus Böhmens Hain und Flur von Friedrich Smetana hätte ich anzubieten.


    Finden Jagden im Walde statt? Dann nehmen wir noch aus Liszt's Tranzendetal-Etüden die Nr. 8 hinzu: Wilde Jagd.


    Von Francesco Geminiani: Der Zauberwald


    Wenn mir noch etwas einfällt, melde ich mich wieder.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Zitat

    Original von Loge
    Mendelssohn: Die erste Walpurgisnacht
    Ein tolles Stück.


    :yes:


    Zitat


    Finden Jagden im Walde statt?


    Naja..in der Regel schon...ich wollte denmnächst vielelicht noch einen Thread über "Jagd und Musik" eröffnen... :D


    LG
    Raphael

  • Im romantischen Kunstlied finden sich reihenweise Beispiele. Ich beschränke mich mal auf das Wunderwerk von Schumanns Eichendorff-Liederkreis op. 39, in dem der Wald eine geradezu leitmotivische Rolle spielt.


    Zu nennen wären hier "In der Fremde" (39/1), "Waldesgespräch" (39/3), "Mondnacht" (39/5), "Schöne Fremde" (39/6), "Auf einer Burg" (39/7), "In der Fremde" (39/8 ), "Im Walde" (39/11), "Frühlingsnacht" (39/12),


    vor allem aber - meinem Nickname und meiner Signatur sei's geschuldet - 39/10:



    Zwielicht


    Dämmrung will die Flügel spreiten,
    Schaurig rühren sich die Bäume,
    Wolken ziehn wie schwere Träume -
    Was will dieses Graun bedeuten?


    Hast ein Reh du lieb vor andern,
    Laß es nicht alleine grasen,
    Jäger ziehn im Wald und blasen,
    Stimmen hin und wider wandern.


    Hast du einen Freund hienieden,
    Trau ihm nicht zu dieser Stunde,
    Freundlich wohl mit Aug und Munde,
    Sinnt er Krieg im tückschen Frieden.


    Was heut gehet müde unter,
    Hebt sich morgen neu geboren.
    Manches geht in Nacht verloren -
    Hüte dich, sei wach und munter!

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  • Zitat

    Original von raphaell
    Anton Dvorak: "Aus dem bömischen Wald" Op.68


    Zitat

    Original von flotan
    Dvorak: "Waldesruh'" (Cello und Orchester/Klavier)


    Dvoráks 'Waldesruh' oder auch Klid genannt ist eine Szene aus 'Aus dem böhmischen Wald' op.68 - sollte man vielleicht mal dazu sagen ;)


    Ansonsten fällt mir bei Dvorák vielleicht noch mit einigem Abstand zu betrachten sein 'goldenes Spinnrad' ein - dort gibt es zu Beginn eine kleine Jagd im oder am Walde.
    Ebenso könnte man seine 'Waldtaube' erwähnen - die gurrende Taube, die Frauen in den Tod treibt :stumm:


    LG Maik

    Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.


    Sirach 32, 7

  • Robert Schumann: Sehnsucht nach der Waldgegend


    "Wär ich nie aus euch gegangen, Wälder her und wunderbar..."


    Ein Lied, das für mich als waldverwöhnte Rheinländerin, die es ins platte waldlose Flandern verschlagen hat, im ersten Heimweh-Jahr vollkommen unsingbar war.


    F.Q.

  • Guten Aben


    spontan fällt mir das Lied:


    Die Lust hat mich gezwungen,
    Zu fahren in den Wald,
    Wo durch der Vögel Zungen
    Die ganze Luft erschallt.


    von Heinrich Albert 1604 bis 1651 ein.



    Gruß aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Schubert: "Nachtgesang im Walde" für Männerchor und Hörner


    :jubel: :jubel: :jubel:


    Smetana, Moldau: Wald, Jagd


    Dvorak: Das Goldene Spinnrad (beginnt mit einer Jagdszene im Wald)


    Mahler: Das Klagende Lied, I "Waldmärchen" :jubel: :jubel: :jubel:


    Mahler: "Ich ging mit Lust durch einen grünen Wald" und hier gibt es sicher noch mehr, bis hin zur Faustszene in der 8. "Waldung, sie schwankt heran..."


    und auch Mendelssohn Sommernachtstraum, besonders die beiden Intermezzi.


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Hallo,


    Danke für eure vielen, tollen Ideen!
    Aprospros Mahler: Die erste Symphonie: "Wie ein Naturlaut" - für mich ein Wald...! :D


    LG
    Raphael

  • Zitat

    Apropos Mahler: Die erste Symphonie: "Wie ein Naturlaut" - für mich ein Wald...! :D


    nun ja, ein Wald wird allerdings nicht namentlich erwähnt. :D
    Dann doch eher in Mahlers III., deren 3. Satz der Komponist in seinem später wieder gestrichenen Programm mit 'Was mir die Tiere im Walde erzählen' überschrieb.


    Ein Beispiel für ein überaus originell vertontes Wald-Erlebnis ist in Bartóks erstem Ballett zu vernehmen:


    Béla Bartók (1881-1945):
    A Fából Faragott Királyfi (Der hölzerne Prinz) -
    Tanzspiel in 1 Akt, opus 13; Sz 60 1914-17


    Die Handlung des Balletts beginnt in einem Wald bei Sonnenaufgang. Als der Prinz (Erster Tanz) von weitem die Prinzessin in ihrem Schloß erspäht, verliebt er sich augenblicklich in sie und möchte zu ihr eilen. Die Fee möchte dies jedoch verhindern und verzaubert den Wald.
    Zweiter Tanz: Tanz der Bäume. Der Wald belebt sich, der Prinz schaut starr vor Schrecken dem Wunder zu. Aber er läßt sich nicht lange verschüchtern, kämpft mit dem Wald und ringt sich durch. Der Wald beruhigt sich allmählich. Als er sich erholt hat, geht er zum Steg, doch die Fee verzaubert auch den Bach ...


    :hello:
    Johannes

  • Eines der schönsten Lieder zu diesem Thema und ein Juwel für jeden Männerchor:


    Melodie - 1. 2. (nach) J. G. Vierling 1750-1813) / 3. F. Mendelssohn-Bartholdy


    Text: Joseph von Eichendorff 1810


    1. Wer hat dich, du schöner Wald,
    Aufgebaut so hoch da droben?
    Wohl den Meister will ich loben,
    So lang' noch mein' Stimme erschallt,
    Will ich loben,
    So lang' noch mein Stimme erschallt!
    Lebe wohl, lebe wohl, lebe wohl, lebe wohl,
    |: Lebe wohl, lebe wohl, du schöner Wald! :|


    2. Tief die Welt verworren schallt,
    Oben einsam Rehe grasen
    Und wir ziehen fort und blasen,
    Daß es tausendfach verhallt,
    Fort und blasen,
    Daß es tausendfach verhallt!
    Lebe wohl, lebe wohl, lebe wohl, lebe wohl,
    |: Lebe wohl, lebe wohl, du schöner Wald! :|


    3. Was wir still gelobt im Wald,
    Wollen's draußen ehrlich halten,
    Ewig bleiben treu die Alten:
    Deutsch Panier, das rauschend wallt!
    Treu die Alten:
    Deutsch Panier, das rauschend wallt!
    Lebe wohl, lebe wohl, lebe wohl, lebe wohl,
    |: Lebe wohl, schirm dich Gott, du schöner Wald! :|

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Es ist unverständlicherweise sehr schwer, die Klopstock-Lieder von Gluck zu finden, darunter dieses in seiner Poesie und in dem schlichten Gewand, dem Gluck der Komposition gab, ergreifend:


    Die Sommernacht


    Wenn der Schimmer von dem Monde nun herab
    in die Wälder sich ergießt
    und Gerüche mit den Düften von der Linde
    von den Kühlungen wehn;


    So umschatten mich Gedanken an das Grab
    der Geliebten und ich seh in dem Walde
    Nur es dämmern und es weht mir
    von der Blüthe nicht her.


    Ich genoß einst, ihr Toten, es mit euch!
    Wie umwehten uns der Duft und die Kühlung.
    Wie verschönt warst von dem Monde
    Du o schöne Natur!



    Auf dieser CD findet man noch themengemäß Mozarts "Dans un bois solitaire":


    http://ec1.images-amazon.com/i…I/31VCPF6GMBL._SS500_.jpg


    Liebe Grüße


    Peter

  • Eichendorff / Mendelssohn


    Abschied vom Walde (O Täler weit, o Höhen)


    http://cat-ra.universal-music-…_01_23_00.00-01.30_s1.ram


    http://www.youtube.com/watch?v=23DY8J1Ncv4


    O Thäler weit, o Höhen,
    o schöner, grüner Wald,
    du meiner Lust und Wehen
    andächt'ger Aufenthalt!
    Da draussen, stets betrogen,
    saust die geschäft'ge Welt,
    |: schlag noch einmal die Bogen
    um mich, du grünes Zelt! :|


    Wenn es beginnt zu tagen,
    die Erde dampft und blinkt,
    die Vögel lustig schlagen,
    dass dir dein Herz erklingt:
    da mag vergehen, verwehen
    das trübe Erdenleid,
    |: da sollst du auferstehen
    in junger Herrlichkeit. :|


    Da steht im Wald geschrieben
    ein stilles, ernstes Wort
    von rechtem Thun und Lieben,
    und was des Menschen Hort.
    Ich habe treu gelesen
    die Worte schlicht und wahr,
    |: und durch mein ganzes Wesen
    ward's unaussprechlich klar. :|


    Bald werd' ich dich verlassen,
    fremd in der Fremde gehn,
    auf buntbewegten Gassen
    des Lebens Schauspiel sehn;
    und mitten in dem Leben
    wird deines Ernsts Gewalt
    |: mich Einsamen erheben,
    so wird mein Herz nicht alt. :|

  • Es muß nicht immer klassisch sein, doch diese Volksweise ist quasi schon ein Klassiker geworden :pfeif:


    Volkstümliches Lied (um 1850)


    1. Waldeslust! Waldeslust!
    Oh wie einsam schlägt die Brust!
    |: Ihr lieben Vögelein,
    Stimmt eure Lieder ein
    Und singt aus voller Brust
    Die Waldeslust! :|


    2. Waldeslust! Waldeslust!
    Oh wie einsam schlägt die Brust!
    |: Mein Vater kennt mich nicht,
    Die Mutter liebt mich nicht,
    Und sterben mag ich nicht,
    Bin noch so jung! :|


    3. Waldeslust! Waldeslust!
    Oh wie einsam schlägt die Brust!
    |: In einer Sommernacht
    Ist mir die Lieb erwacht;
    Mein Schatz ist weit von hier
    Was liegt daran! :|


    4. Waldeslust! Waldeslust!
    Oh wie einsam schlägt die Brust!
    |: Kommt einst der Tod herbei,
    Ist mir das einerlei,
    Legt mich zur kühlen Ruh
    Und singt dazu! :|

    Freundliche Grüße Siegfried

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  • Ein holländisches Lied aus dem 19. Jhdt, daß wir in der Schule lernten: "Wie rusten wil in't groene woud" (Wer ruhen will im grünen Wald).


    LG, Paul

  • Da bin ich dabei. Mit einen meiner "Lieblinge"


    Arnold Bax: November Woods
    Arnold Bax: The Happy Forrest


    :hello:

  • Patrick Hadley (1899-1973)


    "The Trees so high"
    für Bariton, Chor und Orchester



    Ein schönes, aber m.e. nicht unbedingt irrsinnig orginelles Werk.
    Aber schön in jedem Falle, vor allem der letzte -vierte- Satz, in dem der Solist und der Chor endlich zum Einsatz kommen.


    LG,
    Michael

  • Hallo Johannes,
    na, da habe ich aber den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen :D


    Bei Trees als Merzahl von Bäumen ging ich allerdings jetzt doch von einer größeren Anzahl von Bäumen aus.
    Aber stimmt, Du hast das Werk dort auch schon vorgestellt.
    Muß ich das hier jetzt löschen?
    :hello:
    Michael

  • Möchte hier einige "Opernwälder" beisteuern:
    Don Carlo(s) träumt vom Wald von Fontainebleau, wo er Elisabetta (Elisabeth) zum 1. Mal gesehen hat, Macbeths Herrschaft ist erst dann bedroht, wenn der Wald von Birna gegen ihn vorrückt (so weissagen es ihm die Hexen), bei Humperdinck irrt ständig jemand im Wald umher (Hänsel und Gretel, die Königskinder).
    lg Severina :hello:

  • Zitat

    Original von Michael Schlechtriem
    Muß ich das hier jetzt löschen?


    Nein, auf keinen Fall! Das schöne Werk hat es durchaus verdient, mehrmals genannt zu werden! :yes: :D


    :hello:
    Johannes

  • Spontan fällt mir da nur ein:


    Bruckner, 4. Sinfonie


    und


    Tannhäuser, 1. Akt: "Doch ich aus diesen ros'gen Düften, verlange nach des Waldes Lüften


    :hello:


    Emotione

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