Seiji Ozawa - Hansdampf in allen Gassen ?

  • Hallo Taminos,


    der 1935 in der Mandschurei geborene Dirigent Seiji Ozawa wollte ursprünglich Pianist werden, wandte sich aber aufgrund eines Unfalls der Orchesterleitung zu.


    Seiji_Ozawa_1963.jpg


    Die Karriere verlief dann auch eindrucksvoll, Assistent von Karajan und Bernstein, langjähriger Chef in Boston, mittlerweile an der Wiener Staatsoper angelangt und es dürfte wohl kein bedeutendes Orchester geben, dass er nicht regelmäßig dirigieren würde.
    Hier in Berlin - und vermutlich auch anderswo - ist er ein absoluter Publikumsliebling, erhält schon vor dem Konzert oft mehr Applaus als manche Dirigenten danach. Stellt sich die provokative Frage: Musiker oder Charismatiker ? Bzw. ich stellte sie mir neulich in einem Gespräch mit einem Freund, wo wir beide überein kamen Ozawa durchaus zu schätzen, allerdings irgendwie keine Referenzaufnahmen bzw. "Schwerpunkte" seines Wirkens aufzeigen zu können.
    Ich habe ihn oft live erlebt, erinnere mich an ein hervorragendes "Konzert für Orchester" von Bartok, aber auch an ein Berlioz "Te Deum" und eine Siebte Bruckner, die nicht gänzlich befriedigend waren.
    Wenn ich in meiner Sammlung stöbere, finde ich vor allem CDs, wo mich Ozawa als Orchesterbegleiter beeindruckt - so die neue Rachmaninovaufnahme mit Zimerman, wo neben dem Pianisten auch die Orchesterleistung herausragend ist:




    Aber auch die alte Lisztaufnahme mit Zimerman oder das Berg-Violinkonzert mit Perlman. Ich wüßte aber ansonsten keinen wirklichen Repertoireschwerpunkt zu nennen, noch könnte ich reine Orchesterwerke mit ihm empfehlen.


    Aber vielleicht könnt Ihr das ja ? Wie steht ihr zu diesem Künstler und welche Aufnahmen bevorzugt Ihr ? Wo empfindet Ihr sein Können als außerordentlich ?


    Gruß und schönen sonnigen Sonntag wünscht
    Anti


    [Dieser Beitrag wurde am 01.08.2004 - 14:04 von Antracis aktualisiert]

  • Hallo


    erwähnt werden müssen auf alle Fälle seine Aufnahmen mit Tschaikowsky (Ballette)


    und vor allem Prokofjew, die für mich zur Referenz gehören
    (Sym. mit den Berliner DGG / Romeo und Julia mit Boston DGG)


    Ach ja und von Strauss seiner Alpensym. gibt es auch eine ganz hervorragende Aufnahme mit den Wienern / Philips die ich ebenfalls neben Sinopoli und Kempe als Referenz bezeichnen würde.



    Die Frage müsste eigentlich umgekehrt lauten :

    Gibt es schlechte Einspielungen von Ozawa ?


    Grüße TW

  • Schlechte Aufnahmen als solche wird es wohl nur wenige geben, gleichgültig ob von Ozawa oder anderen Tonkünstlern.


    Mir ist in den letzten Tagen eine Aufnahme von Ravel-Werken mit Ozawa in die Hände gefallen, Bolero, La Valse und so was. Hat mich keineswegs vom Sofa gehauen, um es mal harmlos auszudrücken...


    Gruss,


    Hendrik

  • Ich bleib' dabei: die Mahler 2. aus Tokyo ist prima! - Es gab auch mal eine Reihe andere Aufnahmen mit dem Saito Kinen Orchestra, grösstenteils auf Philips, aber leider ist mir von denen bisher keine untergekommen.


    Jan

  • Stimmt, Jan, u.a. hat Ozawa die Brahms-Sinfonien und Beethovens 7., zusammen mit Schuberts 8., mit dem Orchester aufgenommen.


    Ich besitze die letztgenannte Aufnahme und war sehr überrascht vom temperamentvollen und engagierten Spiel bei Beethoven und eher enttäuscht von der blutleeren Aufnahme von Schuberts Unvollendeter.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Hallo Forianer,


    Also ich konnte mich für diesen Dirigenten auf Schallplatte (CD) nie richtig erwärmen.
    Was mir fehlt ist eine persönliche Handschrift, quase das Unverwechselbare, aber darüber wird man streiten können, lehnen doch viele Musikfreunde all jene Eigenwilligkeiten und "Unarten" ab, die etlichen großen Dirigenten erst zu ihrem "Markenzeichen" verholfen haben.


    In einem Live Konzert mit einem Brahms-Programm im Wiener Musikvereinssaal machte er jedoch einen glänzenden Eindruck. Womit wiederum bewiesen ist, daß Live-Konzert und Tonaufnahmen zwei paar Schuhe sind. :yes:


    Gruß
    aus Wien


    Alfred

    Wenn ich schon als Vorbild nicht tauge - lasst mich wenigstens ein schlechtes Beispiel sein !



  • Hallo,


    nachdem ich nun schon einen neuen Thread für ihn gestartet hatte, ist mir ein paar Minuten später aufgefallen, dass es schon einen gibt! :wacky:


    Heute feiert Ozawa jedenfalls seinen 70. Jahrestag, darum hole ich den Thread jetzt noch einmal hoch um die 90% der Forianer, die zur Gründung des Forums noch nicht dabei waren, nach ihrer Meinung zu Ozawa zu fragen.


    Ich persönlich habe nur die Zimerman/Rachmaninoff-Aufnahme mit ihm, die ist aber schon genügend gerühmt worden.


    Zur Diskussion stelle ich jetzt noch einmal eine These:
    Kritiker meinen, dass der Japaner Ozawa sich nicht gebührend in die europäische Klassik hineinversetzen kann und sie somit auch nicht richtig interpretieren kann.


    Ich halte von der Aussage aber nicht allzu viel, da es ja schon einige Gegenbeispiele zu hören gab.



    Gruß, Peter.

  • Zitat

    Original von TobeyWilson
    Hallo


    erwähnt werden müssen auf alle Fälle seine Aufnahmen mit Tschaikowsky (Ballette)


    Stimmt. (Die Bemerkung lese ich jetzt erst, tsts ;) )


    Seine Einspielung des Schwanensees gehört zu den besten, die ich kenne. Dynamisch sehr fein abgestuft, zudem mit einem hervorragend aufspielenden Orchester und nebenbei eine der besten ADD-Aufnahmen, die ich kenne.


    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Hallo Taminoaner,


    ja, Ozawa kennt sich mit russischen Balletten aus und so entstand, neben Maazel und Ashkenazy, auch eine der besten Gesamtaufnahmen des Prokofieff-Balletts Romeo und Juliaauf DG, die in der Kritik als Referenz bezeichnet wird.


    :] Für herausragend halte ich auch seine DG-Aufnahme von Respighis Antiken Tänzen - Suiten Nr.1 - 3 mit dem Boston SO.


    :] Nicht zu vergessen die Liszt-Klavierkonzerte Nr.1 und 2 + Totentanz mit K.Zimerman, die dürfte neben Richter zu den besten Aufnahmen der Konzerte gehören; klangtechnisch ohnehin absolute Spitze.


    :] Eines der besten Aufnahmen von Schostakowitsch´s Cellokonzert Nr.2 stammt ebenfalls von Ozawa / Boston SO; mit Rostropowitsch, Cello wurde dann eine autentische Interpretation auf DG erreicht.


    :] Für seine Bemühungen und die Zusammenarbeit mit W.Russo´s 3Pieces für Blues-Band und SO in den 70er-Jahren, hatte ich einen eigenen Thread gestartet (aber das TOP-Werk scheint kaum einer zu kennen).


    :) Meine erste anständige LP-Aufnahme von Dvorak´s Sinfonie Nr.9 war in den 70er-Jahren die Ozawa-Philips-Aufnahme mit dem San Francisco SO, die hat mich viele Jahre zufrieden begleitet.


    ?( Nicht ganz so zufriedenstellend sind für mich seine Ravel-Werke auf DG , die mich im Vergleich zu Dutoid(Decca), Karajan(DG), Solti(Decca), Muti(EMI) und Martinon(EMI), weniger begeistern. Die wirken einfach zu harmlos (genau wie Boulez alte NewYorker - Aufnahmen). Es kann nicht alles perfekt sein.


    Eine Ozawa-CD macht sonst immer große Freude, weil Ozawa´s zupackende Art fast immer begeistert. Insofern finde ich schon, das Ozawa sein eigenes Profil hat. Hier möchte Alfred widersprechen, das er keine persönliche Handschrift hätte.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Tamino Beethoven_Moedling Banner
  • In Wien hat er vor nicht allzu langer Zeit ein wunderbares Dvorak-Programm (u.a. Cellokonzert mit Rostropowitsch) abgeliefert. Sonst wird er leider von seinem Chef in der Staatsoper regelmäßig für Werke eingesetzt, die nicht unbedingt ideal für ihn sind.


    Exzellent finde ich auch seine Stravinsky-Interpretationen, so "Oedipus Rex" (gibt's jetzt auch auf DVD) und "Rakes Progress" mit dem Saito Kinen Orchestra und Rolfe-Johnson / McNair in den Hauptrollen (Philips, aber vermutlich gestrichen).

  • Hallo!


    Für den Klarinettenkonzert-thread kürzlich wieder mal gehört:



    Na ja, er war wohl kein "Mozart-Spezialist". Es gibt bessere Aufnahmen davon.
    Ansonsten fehlt er glaube ich total in meiner Sammlung.
    Viele Grüße,
    Pius.

  • Hallo martello,


    der "Oepdipus rex" gehört ganz sicher zu den herausragenden Produktionen dieses Werkes! Die CD ist anscheinend mal wieder gestrichen. Kein anderer Dirigent schafft es, den Pasticcio-Charakter, der hinter Strawinskys Komposition steckt, so deutlich herauszuspielen: Hier ein wenig Händel, da eine Prise Verdi....



    Ebenfalls schwer zu übertreffen für mich Ozawas knallbunte Einspielung von Poulencs groteskem Einakter "Les mamelles de Tirésias", mit der exzellenten Barbara Bonney, dem urkomischen Jean Paul Fouchécourt und Wolfgang Holzmair an der Spitze des Ensembles:



    Beste Grüsse,


    C.

    Die wirkliche Basis eines schöpferischen Werks ist Experimentieren - kühnes Experimentieren! (Edgar Varèse)

  • Wegen schwerer Erkrankung
    Star-Dirigent Ozawa sagt 30 Auftritte ab


    Krankheitsbedingte Pause für Seiji Ozawa: Der japanische Meisterdirigent, derzeit noch Musikdirektor der Wiener Staatsoper, muss bis Juni 2010 auf alle Auftritte verzichten.


    Hamburg/Tokio - Der weltberühmte Star-Dirigent und scheidende Musikdirektor der Wiener Staatsoper, Seiji Ozawa, muss alle zwischen Januar und Juni geplanten Konzerte absagen. Das teilte der 74 Jahre alte Japaner bei einer Pressekonferenz in Tokio mit.


    Bei einer Routineuntersuchung Ende vergangenen Jahres sei bei ihm Krebs im Anfangsstadium diagnostiziert worden. "Mit einem guten Arzt an meiner Seite hoffe ich, sogar innerhalb eines halben Jahres wieder zurück zu sein."


    Der Internetseite der Wiener Staatsoper zufolge sollte der Dirigent unter anderem im Februar "Die Zauberflöte für Kinder" und im Juni Aufführungen von Peter I. Tschaikowskis "Eugen Onegin" leiten.


    Ozawa entschuldigte sich bei allen, die von der Absage seiner insgesamt 30 geplanten Aufführungen betroffen seien. Der ehemalige Chefdirigent des Boston Symphony Orchestra, der im Lauf seiner Karriere an die 400 Schallplatten und CDs aufgenommen hat, wird im Sommer als Musikdirektor der Wiener Staatsoper abtreten. Ihn löst nach Vertragsablauf der Österreicher Franz Welser-Möst ab.


    Quelle: "http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,670624,00.html"

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Der 76-jährige japanische Dirigent Seiji Ozawa kämpft weiterhin mit gesundheitlichen Problemen. Laut japanischen Presseberichten hat er alle geplanten Konzerte des laufenden Jahres abgesagt.


    Der ehemalige musikalische Leiter des Boston Symphony Orchestra und der Wiener Philharmoniker will auf Anraten seiner Ärzte erst im Februar 2013 wieder aufs Podium zurückkehren.


    Vor zwei Jahren musste sich Ozawa einer Krebsbehandlung unterziehen. Später litt er unter Rücken- und Lungenproblemen, die eine geplante Rückkehr ins Musikleben verhinderten.


    Die Absage betrifft Auftritte in den japanischen Städten Tokio, Kanagawa, Shiga und Aichi. Seine Aufgaben als Leiter des Saito Kinen Festival will Ozawa aber wahrnehmen und dort auch unterrichten.

    (cf)

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Da kann man nur gute Besserung wünschen.


    Allerdings war Ozawa natürlich nie Leiter der Wiener Philharmoniker - es sollte sich herumgesprochen haben, dass es so einen Posten nicht gibt. Er war musikalischer Chef der Wiener Staatsoper.


    ;)

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!


  • In wenigen Tagen, am 1. September 2015, wird Seiji Ozawa seinen 80. Geburtstag begehen können. Allerdings macht ihm wieder einmal seine Gesundheit Probleme:



    Tokio/Berlin (MH) – Seiji Ozawa muss nach einem Knochenbruch pausieren. Der Dirigent sei am 1. August gestürzt und habe eine Fraktur des Lendenwirbels erlitten, teilten die Organisatoren des Seiji Ozawa Festivals im japanischen Matsumoto am Freitag mit. Der 79-Jährige müsse drei Wochen lang im Krankenhaus behandelt werden.


    Ende August wollte Ozawa, der künstlerischer Leiter des Festivals ist, die Oper “Beatrice et Benedict” von Hector Berlioz dirigieren. Für ihn springt der US-Amerikaner Gil Rose ein. Sein Geburtstagskonzert am 1. September werde Ozawa aber wie geplant dirigieren, teilten die Organisatoren weiter mit. Der Stardirigent war im Jahr 2010 wegen Speiseröhrenkrebs operiert worden.


    (wa, mit dpa)

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Bei der Durchsicht dieses kurzen Threads fiel mir auf, dass eigentlich seit sage und schreibe zehn Jahren (!) nichts mehr über Aufnahmen Ozawas geschrieben wurde. Seither steht nur mehr seine angeschlagene Gesundheit im Mittelpunkt.


    Ist Ozawa denn (mittlerweile?) wirklich so mittelmäßig geworden? Fast 30 Jahre lang leitetete er mit dem Boston Symphony Orchestra eines der bedeutendsten Orchester der Welt. Seine Amtszeit war zwar umstritten, aber ein Unfähiger kann sich nicht so lange auf einem solchen Spitzenposten halten.


    In den letzten Jahren sieht er optisch erschreckend gealtert aus. Hat ihn irgendwer in der letzten Zeit live erlebt?

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Dann will ich hier mal eine Aufnahme posten, die ich vor 2 Jahren erstanden habe und die mir sehr gefällt:



    Sowohl die Neunte Beethoven als auch die Carmina Burana sind hervorragend musiziert und vor allem dirigiert.


    Liebe Grüße, verbunden mit den besten Genesungswünschen an den Maestro


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Scheinbar ist Ozawa bei Tamino wirklich ein weitestgehend vergessener Dirigent. Schade.



    Dennoch darf er heute seinen 80. Geburtstag feiern!


    Herzlichen Glückwunsch, Maestro! :hail:
    Ad multos annos!

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Banner Trailer 2 Gelbe Rose
  • Ich schätze sehr die Gesamtaufnahme seiner Prokofieff-Sinfonien mit den Berliner Philharmonikern. Aus der Gesamtbox hat man drei CDs gemacht, um sie teurer verkaufen zu können.

    Was grenzt an grenzenlose Dummheit? Mexiko und Kanada (Urban Priol)

  • Hallo,


    die Prokofieff Gesamtaufnahme Ozawas hat mich leider nie so richtig gepackt. Ich sollte ihr mal wieder eine Chance geben.
    Preistreibend bei oben gezeigter CD ist das Format: KLICK. Meiner Ansicht nach ziemlicher Blödsinn, der überwiegend auf die allzu zahlungswillige, audiophile Käuferschicht abzielt. :thumbdown:


    In letzter Zeit sind übrigens durchaus einige Ozawa-Würdigungen in "Boxenform" erschienen:




    Die Wiederbelegung dieses Themas sowie Zusammensetzung und Preis der ersten von mir gezeigten Edition haben mich übrigens gerade zum Kauf bewogen... :D


    Die Prokofieff-Sinfonien gibt es auf dem A.-Marktplatz fast geschenkt. Der Mahler-Zyklus für Philips (heute Decca) ist immerhin bei Amazon.it günstig zu haben.



    Viele Grüße
    Frank

  • Joseph II. gratuliert verdientermaßen zum achtzigsten Geburtstag des Meisters. Dem schließe ich mich gerne mit allen guten Wünschen an.


    Das Foto, das er dazu einstellt, dürfte vor fast 60 Jahren gemacht worden sein.


    Im Post 17 zeigt er ihn, wie er heute aussieht. Zwischen beiden Bildern liegt ein reiches musikalisches Leben mit vielen großartigen Begegnungen, Erfolgen, aber auch Rückschlägen.


    Hoffen wir, dass wir ihn noch als Dirigenten gesundheitlich wiederhergestellt erleben werden.



    Liebe Grüße


    Portator

  • Bei mir nicht, lieber Joseph. Er stand auch ganz oben auf meinem Zettel. Ich kam gestern von einem zweitägigen Konzertbesuch zurück und konnte gestern abend gerade noch die gestrigen Erinnerungen einstellen, bei denen ich fast eingeschlafen wäre. Wie dem auch sei, ich schließe mich allen guten Wünschen für den Maestro an.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Heute lief mir diese LP aus den frühen 70ern über den Weg (gezeigt ist die CD). Und ich muss sagen, die Sinfonietta von Janacek machen Ozawa und das CSO hervorragend. Hätte ich so nicht unbedingt erwartet.

  • Hallo zusammen,


    für's Archiv:



    Seiji Ozawa - German Masterworks


    Bach: Messe h-moll BWV 232; Matthäus-Passion BWV 244
    Beethoven: Symphonien Nr. 1-9; Leonore-Ouvertüren Nr. 1-3; Egmont-Ouvertüre op. 84
    Brahms: Symphonien Nr. 1-4; Ungarische Tänze Nr. 1, 3,5, 6,10
    Bruckner: Symphonie Nr. 7


    Barbara Bonney, Angelika Kirchschlager, John Mark Ainsley, Alastair Miles, Thomas Quasthoff, Christiane Oelze, Nathalie Stutzmann, Stanford Olsen, Michael Volle, Tokyo Opera Singers
    Saito Kinen Orchestra
    Seiji Ozawa
    15 CDs
    Decca, DDD, 1989-2003


    Diese Box der italienischen Universal-Dependance versammelt Aufnahmen, die unter dem Label Philips entstanden sind und nun unter dem Namen "Decca" vermarktet werden. Beim Kauf interessierte mich vor allem Ozawas Perspektive auf diese Werke. Weiterhin erschien mir diese vorwiegend "japanische Sichtweise" interessant. Hinzu kamen der günstige Preis sowie die Erwartung einer überdurchschnittlichen Klangqualität (für japanische Produktionen/Remasterings ja nicht unüblich).
    Die Aufnahmen bieten detailverliebte, klangschöne (hört man hier den Karajan-Protegé?) Interpretationen mit überwiegend exzellenten Orchesterleistungen. Wer allerdings "Neues" in diesem Kernrepertoire sucht oder wer überwiegend maximal auf Spannung getrimmte Deutungen bevorzugt, der wird andernorts sicher besser bedient. Auch sind - trotz aller Vokal-Coachings - die Chorleistungen mit Blick auf Textverständlichkeit und Beherrschung der deutschen Sprache nicht ganz optimal.
    Die vorliegende Edition sollte in erster Linie als Würdigung Seiji Ozawas verstanden werden und ist insofern wichtig, als dass dieser Dirigent mit diesem Kernrepertoire andernorts nicht dokumentiert ist. Zumindest dann nicht, wenn es die vollständigen Sinfonien-Zyklen von Beethoven und Brahms sein sollen.

    Viele Grüße
    Frank

  • Wer allerdings "Neues" in diesem Kernrepertoire sucht oder wer überwiegend maximal auf Spannung getrimmte Deutungen bevorzugt, der wird andernorts sicher besser bedient.


    Hallo lieber Frank,


    das hört sich schon alles sehr interessant an und mich hätte die 15CD-Box schon interessiert um mal Ozawas Sichten der Beethoven und Brahms - Sinfonien kennen zu lernen.
    :!: Doch Dein Zitat relativiert die Interessenbereitschaft deutlich, sodass ich mich doch zurückhalte.
    Auch wenn ich Ozawa in manchen Klassik-Bereichen schätze (siehe Beitrag 10), so entspricht es dem Eindruck, den ich auch schon bei vielen Werken erfahren musste ... Andere waren einfach vorzuziehen.


    Mir fällt gerade Prokofieffes Romeo und Julia ein:
    Mit Ozawa (DG) eine rundum gut gelungene und Top klingende GA mit dem Boston SO. :huh: Aber vergleicht man dann Ashkenazy (DEcca), auch Maazel (Decca) oder auch ganz deutlich in der gefrafften Version Solti (Decca), dann konnte es nur Eins für mich geben = Ozawa´s Prokofieff R+J bei EBAY anbieten ...

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Ich möchte fast sagen: Endlich seit langem wieder eine interessante Box. Der Beethoven- und der Brahms-Zyklus von Ozawa waren bislang in Europa nicht ganz problemlos erhältlich. Und wer jetzt beim Saito Kinen Orchestra mit der Achsel zuckt: Das ist ein ganz hervorragendes japanisches Orchester, das keine Vergleiche zu scheuen braucht. Ich erinnere mich gut an eine sehr feurige und insofern durchaus auf Spannung getrimmte Interpretation der 1. Symphonie von Brahms duch Ozawa mit demselben Orchester, die auf YouTube kursierte. Von daher würde ich Ozawa durchaus eine Chance geben. Den Bach und den Bruckner sähe ich hier eher als Dreingabe, das Hauptgewicht der Box liegt eindeutig auf Beethoven und Brahms.

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões


  • "Das Chicago Symphony Orchestra ist eines der wundervollsten Orchester, die ich je dirigiert habe, und etwas Großartigeres als hier habe ich musikalisch nie erlebt." (Seiji Ozawa)


    Es ist ruhig geworden um Seiji Ozawa. Der mittlerweile 82-Jährige dirigiert zwar nach scheinbar überwundener Krebserkrankung noch immer, aber seine 30-jährige Chefdirigententätigkeit beim Boston Symphony Orchestra ist schon wieder eine halbe Ewigkeit her. Immerhin acht Jahre war er Musikdirektor der Wiener Staatsoper. In den 60er Jahren arbeitete er eng mit dem Chicago Symphony Orchestra zusammen und leitete zwischen 1964 und 1969 das Ravinia Festival, die Sommerspielstätte des CSO. Aus diesen Jahren stammen auch die zwischen 1965 und 1968 erfolgten Einspielungen, die RCA nun erstmals komplett in einer 6 CDs umfassenden Box vorlegt.


    CD 1: Bartók: Klavierkonzerte Nr. 1 & 3
    CD 2: Mussorgski: Bilder einer Ausstellung; Britten: The Young Person's Guide to the Orchestra
    CD 3: Strawinski: Feu d'artifice op. 4; Le Sacre du Printemps
    CD 4: Hindemith: Klavierkonzert op. 42; Klavierstücke op. 23 Nr. 1-5; Fantasie op. 47 für Violine & Klavier
    CD 5: Tschaikowski: Symphonie Nr. 5; Mussorgski: Eine Nacht auf dem kahlen Berge
    CD 6: Beethoven: Symphonie Nr. 5; Schubert: Symphonie Nr. 8 "Unvollendete"

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

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