Was mich an Mozart fasziniert..........

  • Hiemit öffnet sich eine neue Serie von Threads im Tamino-Klassikforum.


    Im Abstand von jeweils 5 -7 Tagen werde ich jeweils einen anderen Komponisten als Thema wählen - und seine Anhänger können schreiben weshalb sie speziell diesen Komponisten (musikalisch !!) faszinierend finden.


    Mitglieder, welche dem jeweiligen Namensgeberm wenig bis nichts abgewinnen können - mögen warten bis ihr Favorit an der Reihe ist, es ist sinnlos (und in diesem Thread unerwünscht) sein Mißfallen über die Werke des
    entsprechenden Komponisten zu bekunde - desgleichen Gleichgültigkeit.


    Aufgerufen sind also ANHÄNGER des entsprechenden Tonsetzers......


    Es können einzelne Werke, Aufnahmen, oder aber auch Werkgruppen (zb. "Kammermusik" oder "Oper") als Referenz genannt werden....


    Viel Spaß


    mfg
    aus Wien


    Alfred



    PS: Es versteht sich von selbst, daß man sich an verschiedene Threads dieser serie beteiligen darf.....

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Hi , Alfred!


    Nichts liegt mir ferner, als Mozart in den Dreck zu ziehen.
    Als meine persönliche Referenz möchte ich sein Requiem nennen.
    Habe dieses Werk bereits sehr oft gehört und fast so oft gespielt, dennoch verliert es nichts von seinem Reiz und seiner zeitlosen Schönheit.


    Mozart wird ja von vielen als "Vielschreiber" bezeichnet, was ich nicht nachvollziehen kann.
    Wie schon Harnoncourt sagt, ist an jeder Symphonie Mozarts etwas Interessantes zu finden, sofern man sich damit auseinandersetzt.


    LG Florian


    :hello:

    Gustav Mahler: "Das Wichtigste in der Musik steht nicht in den Noten."

  • Um mich ausnahmsweise mal ganz kurz zu fassen:


    Er klingt einfach immer RICHTIG. Was immer er beginnt, man hat stets den Eindruck, besser könne es nicht weiter gehen, als es tatsächlich kommt. Dabei steckt er voller wunderbarer Überraschungen.


    :hello: Rideamus

  • Zitat


    Original von Rideamus
    Er klingt einfach immer RICHTIG. Was immer er beginnt, man hat stets den Eindruck, besser könne es nicht weiter gehen, als es tatsächlich kommt. Dabei steckt er voller wunderbarer Überraschungen.


    Dem ist nichts hinzuzufügen.


    Danke Rideamus


    :hello:
    Emotione

  • Für mich bedeutet Mozart = Philanthropie :beatnik:


    Mozart ist Licht, wo Trauer herrscht. Mozart ist dunkel, wo Freude weilt. Mozart ist echt, wo Kunst entsteht. Mozart ist Kunst, wo Realität aufhört. Mozart ist witzig, wo man nicht zu lachen vermag. Mozart ist tief traurig, wo Heiterkeit lebt. Mozart lacht, wenn man weint und weint, wenn man lacht. Mozart ist im Bösen gut und im Guten böse. Mozart ist Sonne, wo man Dunkel erwartet. Mozart ist schwarz, wo die Sonne scheint. Mozart ist grenzenlos, wo der Verstand endet. Mozart beginnt, wo Grenzen enden. Mozart ist grenzenlos, wo unsereins beschränkt ist. Mozart ist in unserer Ewigkeit kurzweilig und weilt in unserer Ewigkeit grenzenlos. Mozart ist wissend, wo wir dumm sind und ist dumm, wo wir uns wissend glauben. Mozart glaubt, wo wir zweifeln und zweifelt an dem, was wir glauben. Mozart ist pure Menschlichkeit, gerade da, wo wir unmenschlich sind. Mozart ist Widerspruch, wo wir uns in Einheitlichkeit wähnen. Mozart vereint, was wir als widersprüchlich empfinden. Mozart liebt, was wir verurteilen. Mozart liebt, was wir hassen und hasst nie, wo geliebt werden kann.


    Kurz = Mozart ist das Leben selbst. Mozart ist Licht. Mozart lebt.


    MOZART RULES!!! :jubel::jubel::jubel: YEAH!!!

  • Hallo, miteinander!


    Alles bisher Gesagte möchte ich unterstützen!


    Was mir aber am meisten imponiert und was mir Mozart noch genialer macht als etwa Beethoven: Wie es ihm gelingt, seine doch wahrlich nicht ausgeglichene Mentalität, seine doch wahrlich nicht ausgeglichene Biographie hinter der denkbar ausgeglichensten Musik so zu verstecken, dass nichts Persönliches durchschimmert und doch so viel Allgemeines.


    Aber nichts anderes meint meines Erachtens Rideamus, wenn er sagt: Es klingt alles richtig!


    :)


    Gruß, Wolfgang

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Hallo zusammen,


    Eure bisherigen Aussagen kann ich für mich mit unterschreiben.


    Für mich ganz persönlich ist das faszinierende an Mozarts Musik, dass sie mich immer trägt - egal in welcher Situation. Sie ist immer vertraut, selbst bei Werken, die ich (bewußt) noch nicht gehört habe.


    Zu meinen ganz persönlichen Favoriten zählen die Da-Ponte-Opern, die Zauberflöte und die Entführung, die späteren Sinfonien und vor allem die Krönungsmesse.


    :hello:


    Elisabeth

  • Warum ist für mich Mozart nicht der "primus inter pares"?
    Weil andere große Komponisten – und es gibt vereinzelt Riesen – nicht Mozarts geniale Funke hatten.
    Er war m.E. der einzige Komponist, der die Menschen und die Menschheit fast völlig verstand. Er hätte einen ausgezeichneten Psychologen abgeben können. Dadurch ist seine Musik, trotz die unglaubliche Reichtum an Ideen, einerseits immer menschlich geblieben. Sie kann zum Weinen rühren. Anderseits konnte er sich dadurch von den Menschen entfernen und fast himmlische Musik machen.
    Ich habe schon eher gesagt: für mich muß ein Konzert (oder anderes Werk) im langsamen Satz eine Seele haben. Fehlt sie, dann hat das Werk für mich abgetan.
    Und das ist eben die Kunst von Mozart. Er verstand es, fast alles eine Seele zu geben. Wie Pygmalion gelang es ihm, etwas lebendes zu schaffen. Seine Kompositionen wieder lebendig zu machen, fordert ein Einfühlungsvermögen, daß nur wenige Musiker besitzen.
    War es nicht Gulda, der behauptete "Mozart sei leicht für Anfänger und schwer für Profis".


    Und daneben, und jetzt wiederhole ich mich wieder: Einmal habe ich gelesen, daß Komponisten beurteilt wurden. Es gab eine Einteilung in mehrere Rubriken. So hatte man Opern, Oratoria, Symphonien, Kammermusik, usw.
    Mozart war der einzige Komponist, der in allen Rubriken mindestens ein Werk hatte.


    Er bleibt für mich das größte musikalische Genie, daß je gelebt hat.


    LG, Paul

  • Hallo Ihr Mozart-Liebhaber!


    Auch ich schließe mich meinen Vorrednern an. Jedes Stück, das ich von Mozart höre ist melodisch, klar und zieht mich in seinen Bahn. Um ihm nicht vollends zu verfallen, zwinge ich mich auch andere Musik zu hören. So höre ich im Moment Beethovens Klaviertrios. Irgendwie ist diese Musik auch ganz "nett", aber Mozart ist es allemal nicht. Mir fehlt die Harmonie, die Melodie, die Faszination, der Trost und die Kraft, die mir diese Musik gibt.


    Ich denke, Mozarts Musik ist ein einmaliges einzigartiges Geschenk an die Menschheit und wird diese sogar überdauern!! Beneidenswert, so für immer verewigt zu sein!


    Grüße an alle anderen Mozartfans und eine angenehme Arbeitswoche.


    Karin H.

  • Zunächst möchte ich Alfred danken, dass er mit Mozart beginnt.Ich habe mir, als Mozart-Freund schon oft die Frage gestellt, was mich an Mozart so fasziniert?
    In meinen Beiträgen, insbesondere " Mozart und die Nachwelt", scheint ein wenig durch, was unter dieser Faszination zu verstehen sein kann. In meinem Buch " Soll die Empfingung Liebe sein?", versuche ich diese Frage zu beantworten.
    Meiner Meinung nach kann man ein Genie nicht beschreiben. Die Formulierung von Paul " Primus inter pares" gefällt mir gut, ist aber nur ein Mosaikstein, was die Fazsination ausmacht. Man könnte hier Formulierungen, wie göttlich, nicht von dieser Welt, und ähnliches anführen und würden doch meiner Meinung nach nicht den Kern treffen.
    Deshalb bin ich auf die weiteren Beiträge sehr gespannt.
    Viele Grüße
    Padre

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  • Also das einzige gesagte, dem ich mich anschließe kann, wäre, dass es immer "richtig" klingt. Ich bin mir aber nicht so sicher, ob man das nicht auch bei einigen anderen sagen könnte.


    Den Herausstreichungen, dass er der "beste" gewesen wäre oder der "menschlichste" kann ich gar nichts abgewinnen. Was ich so aus den Briefen aufschnappe spricht was das menschliche betrifft klar gegen Mozart (aber natürlich nur als Mensch, nicht als Komponist - die Kotzbrocken sind meist die besseren Künstler ...)


    Nun, gestern war ich in der Monet-Picasso-Ausstellung der Albertina und habe auch dortige Toilette besucht. Als Duftstoff wird dort Mozart verabreicht in Form von Klaviersonaten. Ich befand mich rasch wieder in einer wunderlichen Faszination, die ich eher mir mit optischen Vorstellungen vergegenwärtigte als mittels ordentlicher Gedanken (wohl auch bedingt dadurch, dass ich grade in einem Museum war). Irgendeine Vorstellung von Verzahnung oder ineinandergreifender Muster (?!) mit einem freundlichen eher abstrakten Ausdruck (Mondrian?)


    -ich meine jetzt den späten mondrian, den mit den kleinen quadraten, z.b. sieges-boogiewoogie-


    Kurz gesagt: keine Ahnung, was mich an Mozart so fasziniert.

  • ...ist, dass ich nicht weiß, warum er mich fasziniert. :D


    Sicher, ich bin als Knabe auch auf die Wunderkindstories hereingefallen, war fasziniert von der Geschichte mit dem grauen Boten; der Name Amadeus suggerierte einen zweiten Gottessohn... dann habe ich Mozart zu einem ganz normalen Fünfsternekoch degradiert. Man kann seine Rezepte ganz gut nachkochen, aber sie schmecken dann doch etwas anders - faszinierend, nicht wahr? Außerdem bin ich zu der Erkenntnis gelangt, man hätte Mozart etwas mehr Beethoven sein lassen sollen.


    Nun bin ich mit seiner Musik 23 Jahre verheiratet - da fragt man nicht mehr... sondern harrt nur noch aus.


    :hello:


    Ulli


    P.S. Dies war der 201te Hit auf diesen Thread. wie faszinierend. :]

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Wenn ich seine Musik höre, bin ich zufrieden, ruhig und glücklich und grüble nicht viel nach. Auch weiß er mich immer wieder zu überraschen.

    29.08.1958 - 25.06.2009
    gone too soon

  • Ein wirklich schwere Frage und faszinierend zugleich.


    Ich will mich kurz fassen. Mozarts Musik ist zutiefst menschlich.
    Sie ist voller feiner menschlicher Regungen und Facetten und vermeidet dabei das große Pathos.
    Gerade in den Pa-Ponte-Opern wird dies deutlich. Die handelnden Personen und ihre Musik, sind normale Menschen, mit all ihren Schwächen und Stärken. Es sind nicht die großen Helden und deren einmaligen Geschichten, um die es Mozart geht. Stattdessen steht die Mensch und sein Freuden und Leiden im Vordergrund.


    Seine Musik ist entsprechend gestaltet. Sie ist einerseits einfach und klar und andererseits aber auch vielschichtig. Die Emotionalität seiner Musik berührt, ohne aber zu erschlagen.

  • Was mich an Mozart fasziniert ist, dass er mich für einen langen Wimpernschlag versöhnt. Mit mir selbst und mit der Welt.
    Alles fühlt sich mit einemmal richtig und gut und wahr und schön an. Und dahinter die melancholische Gewissheit, dass es sich ja nur so anfühlt-sie macht das Ganze in seiner Zerbrechlichkeit noch ergreifender.
    "Verweile doch du bist so schön" in dem Wissen, dass eben ncihts verweilt.


    Fairy Queen

  • Mozart ist einfach mein musikalisches Zentrum.
    Es ist, als hätte er die Musik für mich persönlich geschrieben.
    Schon sein Son Franz Xaver Mozart meinte sinngemäss, die Musik seines Vater hätte die seltene Eigenschaft, Kenner und Laien auf gleiche Weise zufriedenzustellen....
    Zwar sind Beethovens Sinfonien beeindruckender, desgleichen dessen und Schuberts Klaviersonaten, aber in der over-all-Performance kommt niemand Mozart nahe. Die Klavierkonzerte - mein liebstes ist das Krönungskonzert Nr 26, gefolgt von der Nr 27 und dem "kleinen Krönungskonzert" Nr 19, aber auch die letzten Sinfonien sind wunderschön. Ich bin auch - entgegen anderen Forianern - ein Freund von Mozarts Violinkonzerten. Und nicht zuletzt seine Opern. Sie haben keinen einheitlichen Stil - und dennoch atmet jede von ihnen den mozartschen Geist.Von den geistlichen Werken ist die Krönungmesse mein absoluter Favorit. Die Kammermusik ist ebenfalls ein wichtiger Punkt in Mozarts Schaffen. Daß er zudem noch Lieder geschrieben hat, das wird von den meisten heute gar nicht mehr wahrgenommen, ebenso wie eine Vielzahl von Tänzen und Märschen.


    Mozart war unheimlich vielseitig. Ob er ein "angenehmer Mensch" war, das entzieht sich meiner Kenntnis - und es ist imo gar nicht von Bedeutung. Ich glaube er war ein ganz normaler Mensch - lediglich die Ansprüche an die "Ikone Mozart" sind unerfüllbar.


    Da werden intime Briefe ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt, wo er seine wahre Meinung über Menschen schreibt, denen er in der Realität schmeicheln musste, und er bediente sich gelegentlich im privaten Bereich einer "ordinären Sprache" . Für die Öffentlichkeit war das alles nicht gedacht


    Persönlich bedaure ich, daß Mozart immer wieder mit der "Kleinen Nachtmusik" als musikalisches Logo gewissermaßen in Verbindung gebracht wird. Aus meiner Sicht war diese (übrigens unkomplett erhaltene) Serenade, eher ein Gelegenheitswerk. Mozart scheint das ebenso gesehen haben - das Wort "kleine" im Titel kommt ja nicht von ungefähr......



    mfg aus Wien


    Alfred

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Nach Bach und Händel avanciert WAM mehr und mehr zu meiner neuen Nr. 3 - und zieht damit an Albinoni vorbei. Er ist, wie hier bereits mehrfach herausgestellt, äußerst vielfältig, trotzdem kann man ihn beinah auf Anhieb unter allen Komponisten heraushören, ein scheinbarer Widerspruch - ich habe gerade KV 467 (Konzert für Klavier und Orchester Nr. 21 C-Dur) auf dem Teller, schon die Nummer als solche ist etwas Besonderes, wer sonst hat schon so viele Klavierkonzerte geschrieben - und Hornkonzerte - und und...


    Insbesondere herauszuheben unter all seinen Werken ist jedoch das Requiem, das eines meiner all-time-favourites ist, gewaltig, ergreifend, mitreißend, einschüchternd und anrührend.


    Aber es gibt noch so vieles andere Gutes, das gefunden und gehoben werden will, in seinen Gesamtaufnahmen (170 !!! CDs) liegen noch Monate, wenn nicht Jahre intensiver Entdeckungsreisen. Leinen los !!

  • Faszinierend für mich war, dass ich ihn spät mochte, dann aber richtig. Als ich anfing, klassische Musik zu hören, fand ich zunächst Beethoven oder Brahms toll. Mal Mozart ausprobiert: Och nö, ziemlich langweilig... Dann begann meine spätromantische Phase und die klassische Moderne. Bei Mozart immer noch nix. Schließlich die Liebe zu Bach entdeckt, das Wolferl wollte sich mir immer noch nicht eingewöhnen. Durch immerwährende Versuche klappte es dann irgendwann doch. Und wie. Es gibt unzählige Werke, die mich mittlerweile tief packen. Peinlicherweise hat Justus Frantz einmal gesagt, was ich auch so empfinde: Mozarts Musik gibt mir auf der emotionalen Ebene erst einmal nichts vor, nach dem Motto: Jetzt hast du traurig zu sein oder jetzt lache gefälligst mal. Die Klaviersonate KV 331 beispielsweise: Je nach eigener Stimmung kann ich den ersten Satz als unendlich traurig oder als wunderbar tröstlich empfinden. Ähnlich geht es mir mit dem Klavierkonzert KV 466 oder den späten Sinfonien. Formal sollen die Musik andere beurteilen, emotional finde ich sie vielschichtig und universell.


    Ich muss Alfred beipflichten, was die Inflation an veröffentlichter Schreiberei und deren Bewertung angeht. Den armen verstorbenen Größen werden noch die banalsten Aussagen aus den Tagebüchern gerissen, um sie heute breit zu treten. In Thomas Manns Tagebüchern steht etwa "Heute beim Haarschneider gewesen". Oh je, war ja ein Mensch, der Gute. Mozart hat auch manche spontane Schlichtheit zusammengereimt, dafür sind Tagebücher ja unter anderem auch da. Und jetzt wird das auch noch von Brandauer vorgelesen... Ich habe mal nachgeschaut: Bei mir findet sich auch "Fahrstunde in den Sand gesetzt" (1990) und "Heidewitzka, was für ein Kater..." (1988 - 2007) in den Tagebüchern. Bitte nicht weitersagen und schon gar nicht ins Internet stellen...


    LG
    B.

  • Verstehe ich das richtig, dass Manche hier glauben, die inflationär veröffentlichten Briefe jedweder Art könnten Mozarts Ansehen schaden? ?(
    Im Gegenteil!
    Gôtter auf dem Olymp kann man nur staunend anbeten, Menschen aus Fleisch und Blut, die göttlcihe Dinge schaffen, kann man noch staunender lieben.(siehe auch z.B. Inkarnation.....).
    Ich mag Mozarts Briefe, weil sie ihn mir näher holen und ausserdem sind ganz entzückende und bezaubernde Dinge darunter. Das, was er z.B. an Constanze geschrieben hat, ist in meinen Augen absolut nicht vulgär oder ordinär sondern ganz einfach Ausdruck einer zärtlichen, vertrauten und sehr irdischen Liebe.
    Wir hatten das Thema hier im Forum ja schon einmal sehr ausführlich, daher heute morgen nur diese kurze Anmerkung. ;)
    Fairy Queen

  • Ich mach's kurz:


    mich fasziniert an Wolferl, daß man ihn als Kugel kaufen kann. :wacky:



    Eigentlich meine ich aber was anderes.


    Für mich tut seine Musik genau das, was in Pauls (musicophil) Signatur beschrieben wird.



    :hello:

    "Das ist zeitgenössische klassische Musik. Dann unterstelle ich, daß da kein intellektueller Zugang..."
    Miroslaw Lem, Tenor

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  • Was mich an Mozart fasziniert, ist seine Melodik. Er ist wie ein Springbrunnen von Melodien. Man spricht immer von klassischen Themen, Perioden, Dreiklangsmelodik, erstellt dazu Schulbeispiele und versucht sie nachzubauen - Vordersatz endet auf der Domiante, Nachsatz führt zurück zur Tonika und all diese ganzen Regeln gibt es. Viele sind überzeugt, so ein klassisches Thema zu bauen könnte man technisch erlernen, doch dem ist nicht so! Das Rondothema des 16. Klavierkonzertes D-Dur (3. Satz) besteht beispielsweise aus simpler Dreiklangsmelodik mit ein paar Verziehrungen, und doch unterscheidet es sich von jedem Schulbeispiel. Der Unterschied: ein mozartlicher Funke, der die Melodik nicht platt, sondern schön macht, der jedem Stück, in dem er sitzt, einen Erfolg garantiert. Mozarts Melodik ist einmalig. Mozarts Melodik ist ausschlaggebend dafür, dass z. B. seine kleine g-Moll Sinfonie so bekannt ist - Sonatenhaupsatz, dynamische Kontraste, Kadenzharmonik, das kann man alles lernen... jeder gute Musiktheoretiker würde das hinbekommen - und doch werden die bezaubernden Themen fehlen, die Mozarts Stücke von klassischen Nachbauten oder klassischen Stücken "drittklassiger" Komponisten unterscheiden.

    "Das Große an der Musik von Richard Strauss ist, daß sie ein Argument darstellt und untermauert, das über alle Dogmen der Kunst - alle Fragen von Stil und Geschmack und Idiom -, über alle nichtigen, unfruchtbaren Voreingenommenheiten des Chronisten hinausgeht.Sie bietet uns das Beispiel eines Menschen, der seine eigene Zeit bereichert, indem er keiner angehört." - Glenn Gould

  • Hallo Mozartfreunde,


    Zitat


    original Rideamus


    Er klingt einfach immer RICHTIG. Was immer er beginnt, man hat stets den Eindruck, besser könne es nicht weiter gehen, als es tatsächlich kommt. Dabei steckt er voller wunderbarer Überraschungen.


    D'accord.


    Ich kann es nicht besser ausdrücken.


    LG


    Maggie

  • mozart ist einer der ganz wenigen komponisten, über die ich mir insofern ein etwas "fundierteres" urteil zutraue, weil ich so ziemlich jede note von ihm "kenne" - das ich "kenne" in anführungszeichen schreibe zeigt auch schon einen der punkte auf, die mich an ihm faszinieren, weil man einerseits halt irgendwie das gefühl hat, ihn zu kennen, durchschaut zu haben und man hat auch das gefühl, dass er einem emotional sehr, sehr nahe steht - andererseits entdeckt man in vielen, vorallem den etwas späteren werken doch oft auch etwas neues und irgendwie hat man dann das gefühl, das man ihn eigentlich doch nicht kennt und dass man nicht "fertig" mit ihm wird und ... dieser sättigungseffekt, dieser überhör-effekt der ... tritt bei mir eigentlich ziemlich selten ein.
    was mich ausserdem fasziniert ist, dass er einerseits die allerwunderschönsten melodien zaubern konnte, die man dann den ganzen tag vor sich hinsummt, aber ... es irgendwie immer viel mehr ist als "nur" melodie und irgendwie viel komplexer :D mir fehlt bissi das musikwissenschaftliche vokabular, um mich präziser auszudrücken, glaube ich ; )
    aber ... ja, so ist es: ich empfinde da oft eine faszinierende gleichzeitigkeit aus melodiöser eingängigkeit und kompexität - und vorallem auch eine gleichzeitigkeit aus leichtem und schwerem ... DAS ist der punkt, der mich an meisten an ihm fasziniert: dieses einerseits leichte, fröhlich-verspielte, das aber trotzdem nie ober-flächlich ist, das irgendwie doch viel tiefer geht. also ... eine der allerersten opern die ich kannte war der barbier von sevilla, also der von rossini und dann die hochzeit des figaro -ich weiß nicht, inwiefern es angebracht ist, die jenseits des inhaltlichen aufeinander zu beziehen- aber im vergleich dieser zwei wird nicht nur die herrlichkeit rossinis deutlich, sondern auch das ... "überlegene" genie mozarts...


    ...aber naja: da ich vorhin schon den ratzinger zitiert habe :D mache ich das jetzt einfach nochmal:


    Prof. Everding: Aber Sie haben zu Mozart schon eine besondere Beziehung? Welche denn?
    Kardinal Ratzinger: Ich liebe ihn einfach sehr, und ich würde sagen, es ist eine Liebe, die wie jede große Liebe kein eigentliches "Warum" hat, die man nicht rational begründen muß, sondern ich spüre darin einfach die Größe des Schönen, der Wirklichkeit selbst. Es ist nichts Künstliches, nicht Anbiederndes darin. Ich würde sagen, diese Musik ist einfach schön, wie die Schöpfung schön ist.
    http://www.br-online.de/alpha/forum/vor9804/19980416_i.shtml


    :D

    Wenn ich mir vorstelle, was es für Deutschland bedeuten würde, wenn die heilige Kuh zu uns käme, welches Glück und welcher Segen ginge von allgegenwärtigen heiligen Kühen aus!

  • Ich möchte zur Faszination, noch ein paar ergänzende Hinweise geben. Ich finde es unmöglich, eine Gestalt der Vergangenheit, richtig zu verstehen und beschreiben zu klönnen, wenn man niemals selbst den Versuch gemacht hat, sich selbst zu verstehen,wenn es also nicht gelingt, sich selber zu beschreiben, wird m. E.auch scheitern ein Genie zu beschreiben.
    Gerade das manchmal sonderbare Verhalten- vom dem KSM spricht, wie ich es ausdrücken möchte, hat gerade dazu geführt, seinen Werken eine monumentale Subjektivität zu verleihen, durch die seine Werke einzigartig sind.
    Das Vorstellungsvermögen eines Genie übersteigt unser Vorstellungsvermögen, und so können wir lediglich Mosaiksteine zusammentragen, und versuchen ein Bild der Faszination zu entwerfen.
    Wenn wir heute seine Musik hören, haben sich alle Konflikte seines Lebens für uns geglättet, und wird empfinden nur noch Harmonie.
    Der Theologe Karl Barth schreibt, dass die Engel , wenn sie unter sich seien , Mozart spielen, und dass ihnen dann der liebe Gott besonders gerne zuhöre. Nun mögen die Krtitiker einwenden. "ziemlich naiv". Vielleicht, aber es ist nicht einfach ein Genie zu beschreiben."Für andere wurde er uns vom Himmel gesandt" Zitat von Joseph Krips.
    Weitere Zitate könnte ich anführen. Alle wollen etwas über Mozart aussagen, und alle haben auf ihre Weise recht.
    Mozarts Größe, seine Faszination ist nicht messbar, seine Wirkungen auf die Nachwelt aber sehr wohl.
    Und alles dies ist gigantisch, faszinerend und unbeschreiblich zugleich!
    Padre :hello:

  • An Mozarts Musik fasziniert mich einfach immer wieder, dass wenn ich eine neue CD von ihm mir anhöre ich immer wieder neue grandiose Ideen höre, mit der gewohnten mozärtlichen Vielfalt.
    Er ist ein Vielschreiber, das kann man ja ruhig offen sagen, doch jedes einzelne Stück von ihm ist einmalig und für mich Inbegriff musikalischer Schönheit. Unwichtig also, wie lange er für seine Stücke brauchte.


    Ich liebe seine Musik und könnte ohne sie nicht mehr leben, auch das ist in gewisser Weise faszinierend. :)

  • In all seinen Werken steckt der "Göttliche Funke". :angel:
    Seine Musik vermittelt Freude und gibt Trost in allen Lebenslagen.
    Und das macht Wolfgang Amadeus Mozart für mich so einmalig.

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Zitat

    Original von Siegfried
    In all seinen Werken steckt der "Göttliche Funke". :angel:
    Seine Musik vermittelt Freude und gibt Trost in allen Lebenslagen.
    Und das macht Wolfgang Amadeus Mozart für mich so einmalig.


    Ich möchte niemanden die Freude an Mozarts Musik nehmen, schon weil ich einige seiner Werke ebenso sehr schätze und den gern bemühten "göttlichen Funken" gut nachvollziehen kann


    Bloß: bei allen Werken? :rolleyes: Ich frage mich, ob ihr wirklich die Werke des ganz ganz jungen Mozart - die ersten Violinwerke etc. - mal gehört habt und dann immer noch diesen "göttlichen Funken" spürt???


    :untertauch:
    :hello:

  • Zitat

    Original von Wulf


    Ich frage mich, ob ihr wirklich die Werke des ganz ganz jungen Mozart - die ersten Violinwerke etc. - mal gehört habt und dann immer noch diesen "göttlichen Funken" spürt???


    Da Mozart wie die wenigen anderen echten Genies der Musikgeschichte zu Beginn überhaupt nicht originell, sondern ausgesprochen epigonal war, spüre ich da zunächst und vor allem einmal "J.C. Bach Funken" :D.


    Loge

  • Bin ein ganz großer Fan von W.A.Mozart schon seit
    frühster Jugend und finde auch Mozart macht
    einfach gute Laune.
    Manches bleibt besser im
    Verborgenen, aber er ist "mein" absoluter Lieblings-
    komponist.


    =) =) =)

    mucaxel

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