Die TAMINO-Lieblingsdirigenten 2008 - 2009

  • Hallo.


    Bei mir fast ausschließlich Dirigenten, die ich schon erleben konnte. So viele alte Meister habe ich auch gar nicht im CD-Regal.


    Reihenfolge ohne Wertung:


    Leonard Bernstein
    Zunächst also einen leider bereits Verstorbenen; wegen seiner (jeweils ersten) Mahler- und Brahms-Zyklen mir unverzichtlich; zudem aus Kindheit/Jugend als jemand vertraut, der Freude an der und einen Zugang zur Musik vermitteln konnte.


    Claudio Abbado
    Ich bedaure außerordentlich, ihn nicht häufiger als Chef der Berliner erlebt haben zu können; unvergessliches Konzert-Erlebnis im Musikvereinssaal, als er das Mahler Chamber Orchestra dirigierte; namentlich sein später Mahler ist etwas Besonderes.


    Simon Rattle
    Langsam entwickle ich das Gefühl, dass der skrupulöse Dirigent sich in einen auf Wirkung bedachten Super-Size-Simon verwandelt; aber: ich habe ihm viele Begegnungen mit mir vorher unbekannter Musik zu verdanken, und: wenn alles klappt, sind es wirklich bewegende Konzerte (es kann allerdings auch komplett in die Hose gehen).


    Kent Nagano
    Breites Repertoire, dabei für mich eigentlich jedes Mal überzeugend; unprätentiös, ernsthaft; hier geht's um die Musik.


    Mariss Jansons
    Jedes Mal, wenn er die Berliner dirigiert, bedaure ich, dass er nicht Chefdirigent wurde; Tempo, Spannung, Kontrolle - und die Musik fließt.


    Sylvain Cambreling
    Ist mir vor allem deshalb nahe gekommen, weil ich zuletzt sehr viel Messiaen gehört habe; seine entsprechenden Aufnahmen erscheinen mir schlicht "richtig" zu sein; in Freiburg hat er die Einführung ins Konzert gleich selbst gegeben, sehr unprätentiös, lebendig, interessiert; im Konzertsaal auf den Punkt.


    Ingo Metzmacher
    Da mag der Wunsch Vater des Gedankens sein - mich freut seine Ambition, die Programme mit einer inhaltlichen Klammer zu versehen; das erste Konzert, das ich mit ihm hörte, überzeugte mich nicht voll, seine "Eclairs"-Einspielung umso mehr; ich bin gespannt, was die Saison bringt.


    Pierre Boulez
    Neben modernem Repertoire schätze ich ihn dafür, dass er derzeit meinen Lieblings-Wagner spielt - Ring und Parsifal sind klar und dadurch das Gegenteil von emotionslos (ähnlich geht es mir mit seinem Mahler).


    Michael Gielen
    Auch hier ist es sein Mahler, der mir den Dirigenten nahebringt; der singt und strömt nicht so wie bei Abbado, dafür wird bei ihm am wenigsten "gemacht" - oder: so steht das also da.


    Kirill Kondraschin
    Schostakowitsch.


    Christian Thielemann
    Letztlich das Gegenprogramm zu den Vorgenannten; es darf wabern, dräuen, brodeln; für mich eine Seite, die man so sonst nicht hört; mehr Klang geht jedenfalls kaum, interessant, was man also beispielsweise aus einer Alpensymphonie alles so herausholen kann.


    Das waren nur elf? Reicht auch.


    Gruß, Ekkehard.

  • Ich maße mir nicht an, das Oeuvre der nachfolgend genannten insgesamt beurteilen zu können. Sie stehen deshalb auf meiner Liste, weil sie mir entweder ein in der Erinnerung gebliebenes Erlebnis verschafften, oder weil sie (zufällig?) Dirigent der einen oder anderen meiner Lieblings-Cds sind. Und ein bißchen Lokalpatriotismus ist wohl auch dabei...



    Belohlávek, Jirí - Dvorak
    Chailly, Riccardo - Schumann in der Mahlerorchestration
    Chalabala, Zdenek
    Fricsay, Ferenc
    Kegel, Herbert - für viele wirklich unvergeßliche Konzerterlebnisse
    Konwitschny, Franz - für seinen Beethoven, und gleiche Getränkevorlieben ;)
    Masur, Kurt - neben seinen Qualitäten für seine Zivilcourage
    Neumann, Vaclav
    Rodzinsky, Artur
    Sanderling, Kurt - für seinen Sibelius
    Sawallisch, Wolfgang
    Wöss, Kurt - für ein unvergeßliches Konzerterlebnis

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Zitat

    Wöss, Kurt


    Er war ein wirklich sehr fähiger und guter Dirigent, der leider seit seinem Tode in der Versenkung verschwunden ist.


    Ich finde es sehr schön, daß Du auf Ihn aufmerksam machst!
    Mein Lehrer Pergamenschikow hat das Korngold-Cellokonzert mit Ihm aufgeführt, und irgendwo in meiner MC-Sammlung habe ich auch noch diesen Konzertmitschnitt mit dem Niederösterreichischem Tonkünstler- Orchester.
    :hello:


    Michael

  • Claudio Abbado
    Nikolaus Harnoncourt
    Sylvain Cambreling
    Bertrand de Billy
    Pierre Boulez
    Philippe Jordan
    Georges Prêtre
    Wolfgang Sawallisch
    Donald Runnicles
    Leonard Bernstein (teilweise)

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Bevor ich meine Nominierung abgebe, folgt der erste Zwischenstand mit den Plätzen 1 bis 22:


    17 Leonard Bernstein
    11 Claudio Abbado
    10 Carlos Kleiber
    7 Ferenc Fricsay
    7 Michael Gielen
    7 Nikolaus Harnoncourt
    7 Pierre Boulez
    7 Sir John Eliot Gardiner
    6 Herbert v. Karajan
    6 Sir Georg Solti
    5 Jewgeni Mrawinski
    5 Günter Wand
    5 Otto Klemperer
    4 Bertrand de Billy
    4 Eugen Jochum
    4 Herbert Kegel
    4 Kent Nagano
    4 Mariss Jansons
    4 Rafael Kubelik
    4 Sergiu Celibidache
    4 Sir Simon Rattle
    4 Sylvain Cambreling


    Es wurden bei bis jetzt 24 Nominierungen 98 verschiedene Dirigenten genannt.


    :hello:


    LG, Peter.

  • Das war nur ein Zwischenstand, kein Endstand! Es darf weiter abgestimmt werden, 24 Nominierungen sind noch nicht allzu viel. :hello:


    Dann werde ich mal meine 12 Kandidaten benennen:


    Leonard Bernstein
    Herbert Kegel
    Ingo Metzmacher
    Kent Nagano
    Claudio Abbado
    Michael Gielen
    Nikolaus Harnoncourt
    Philippe Herreweghe
    Fritz Reiner
    Otto Klemperer
    Pierre Boulez
    Karel Ancerl


    Womit dann jetzt die 100er-Marke erreicht ist.


    Liebe Grüße,
    Peter.

  • Ich bin jetzt auch mal in mich gegangen und habe anhand meiner Sammlung und Konzerterlebnissen Prioritäten erstellt - restlos überzeugt bin ich nur von wenigen ansonsten muß ich immer abwägen ob meine mehrheitlichen Erfahrungen eher positiver oder negativer Natur sind.


    Sir Georg Solti
    Ich mag sein Dirigat und die meisten Aufnahmen die ich von ihm besitze können mich überzeugen, lediglich ein Werk das mich etwas enttäuscht hat (Mozarts Requiem) Ich finde ihn vor allem in rythmisch betonten Werken außerordentlich gut.


    Leonard Bernstein
    Sehr vielseitig unterwegs und das meist auf sehr hohem Niveau. Mir gefällt sein Beethoven, Brahms sowie teilweise Mahler. Mozarts Messe c-moll KV 427 aus der Basilika Waldsassen ist mir bislang die Liebste (Fono-Forum bezeichnete diese Interpretation einmal passend als "voller bohrender Intensität")


    Sir J.E.Gardiner
    Ich habe bei ihm das Gefühl man kann nie so richtig falsch liegen, schlimmstenfalle ist es vielleicht nicht Referenzverdächtig aber trotzdem eine gute Qualität (zum. von dem was ich bislang kennenlernte), das kann m.M. nach auch nicht jeder Dirigent von sich behaupten.


    Günther Wand
    Bei Bruckner und Brahms halte ich ihn für einen ganz Großen, mir gefällt sogar großteils Mozarts 41. unter ihm, hätte er hier nur die Blechbläser etwas stärker besetzt die hier etwas untergehn.


    Claudio Abbado
    Manches finde ich zwar auch grottenschlecht (wie zB seine Mozart-Sinfonien unter dem LSO) aber das Meiste betrachte ich dennoch als sehr gut (einige Sachen aus der Mendelssohn-Sinfonien/Ouvertüren-Box, Brahms Klavierkonzerte mit Pollini,...) und er hat ja wie beim Fred zur Pastorale Beethovens schon erwähnt meine bislang liebste Einspielung abgeliefert.


    Nikolaus Harnoncourt
    Teil 1 der polarisierenden Dirigenten - ich habe eher ein ambivalentes Verhältnis zu ihm, einiges kann ich von ihm überhaupt nicht nachvollziehn bzw. finde diese teilweise affektierte Agogik, Dynamik usw. sehr "abtörnend", aber dann gibt es da vereinzelt Werke die würde ich als Referenz bezeichnen wie manche seiner Schubert- oder Haydn-Sinfonien, auch im Barock finde ich ihn sehr stark, auch teilweise bei frühklassischen Werken. Und da ich schon mal ein Buch von ihm gelesen habe weiß ich das er durch und durch ein sehr kompetenter Mann ist.


    H.v.Karajan
    Teil 2 der polarisierenden Dirigenten - ich merke ich hole immer zu weit aus deswegen kurz - über seine Barock und Klassik-Interpretationen lege ich mal den Mantel des Schweigens , abseits dessen gibt es für mich aber einige Werke die ich von ihm am liebsten höre
    ...vor allem sein Beethoven oder eine Aufnahme v. Schumanns 4, teilweise Bruckner - sehr gute Interpretationen....der ewig fade "Glätter" der ihm immer nachgesagt wird, war er sicherlich nicht immer.


    Trevor Pinnock
    Ich kenn zwar nur ein paar Sachen von ihm weiß deswegen nicht ob er auch im Gesamten gesehn mein positives Urteil halten würde, aber das was ich kenne gefällt mir und macht neugierig auf mehr.


    Bertrand de Billy
    Zwar allgemein noch etwas im Schatten einiger anderer Dirigenten, aber das kann sich sicherlich noch ändern. Ich finde er hat ein ausgezeichnetes Gespür für richtige Tempi und gute Besetzungsgrößen, weder zu maniriert noch zu farblos...zum. was ich bislang von ihm hörte.


    Sir Charles Mackerras
    Weil ich hier 10 auflisten muß und der mir gerade so einfällt ;)
    Nein, sein Schubert sowie Mozartklavierkonzerte mit Brendel können mich überzeugen und natürlich...seine Fassung der Prager Symphonie mit dem Prager Chamber Orchestra gefällt mir sehr gut, vielleicht die mir bislang liebste Interpretation des Werkes..


    uff...ich hätte doch nur Namen auflisten sollen...liest wahrscheinlich eh keiner den Text. 8o


    oder soll ich doch noch Bernstein streichen, der hat ja schon 17 Nennungen und zieht so einfach an der Spitze davon das die Spannung auf den Gesamtsieg schon verloren geht. :D


    lg
    Thomas

    „Eine Erkenntnis von heute kann die Tochter eines Irrtums von gestern sein.” (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Zitat

    Weil ich hier 10 auflisten muß und der mir gerade so einfällt


    Müssen muss hier gar keiner, sondern sogar 12 darfst du!


    Zitat

    uff...ich hätte doch nur Namen auflisten sollen...liest wahrscheinlich eh keiner den Text.


    Ich schon. :hello:


    Zitat

    oder soll ich doch noch Bernstein streichen, der hat ja schon 17 Nennungen und zieht so einfach an der Spitze davon das die Spannung auf den Gesamtsieg schon verloren geht.


    Tja, Bernstein scheint fast jeder zu wählen. Abbado ist momentan als Zweiter mit 6 Stimmen zurück, der Drops scheint gelutscht zu sein.
    Aber vielleicht überrascht uns ja Rest-Tamino noch mit bernsteinlosen Nominierungen.



    LG, Peter.

  • Sorry, kann nicht mit dem letztgenannten Wunsch dienen...


    1 Leonard Bernstein
    Für mich der universellste Musiker seiner Zeit. Sicher dirigiert er vieles „mehr Bernstein als der Komponist“, aber dieses immer tief empfunden.


    2 Claudio Abbado
    In meiner Stehplatzzeit an der Wiener Staatsoper (Ära Drese 1986 bis 1991) Wiens musikalischer Chef. Viele unvergessliche Operndirigate. Großartiger Teil der Lebensleistung: Aufbau und Arbeit mit Jugendorchestern. Mahler Dirigate der letzten zehn Jahre (Berlin und Luzern) für mich überraschend gleichwertig (wenn nicht sogar noch herausragender) denen von Bernstein (und das will bei mir was heißen).


    3 Nikolaus Harnoncourt
    Ich mag es, wenn er Werke so dirigiert, dass mir Strukturen, Passagen, Momente völlig neu bewusst werden. Und ich könnte ihm stundenlang bei seinen Werkeinführungen und Interviews zuhören. Und erst seine Bücher! Für mich der spannendste Dirigent der Zeit, der hoffentlich noch einige Jahre auf musikalische Entdeckungstour geht, etwa bei der nächsten styriarte mit „Porgy and Bess“.


    4 Carlos Kleiber
    Faszinierende Ausnahmeerscheinung. Kann mich dem Sog seiner Dirigate (pulsierend und geschmeidig) nicht entziehen. Leider gingen alle meine Wünsche (Mozart Klavierkonzerte mit Gulda, viel mehr am Pult der Wiener Staatsoper etc.) nicht in Erfüllung. Ich träume weiter eine Kleiber Diskografie, eine Parallelwelt der bei uns nicht dirigierten Werke…


    5 Zubin Mehta
    Ihn schätze ich vor allem als Dirigenten der Wiener Philharmoniker. Man weiß wie man dran ist – und es geht um die Liebe zur Musik. Jedes Abokonzert, meist im Radio gehört, ist etwas Besonderes für mich.


    6 Mariss Jansons
    Ich glaube da kommt noch eine ganz große Alterskarriere, wie bei Abbado. Mahler und Schostakowitsch höre ich besonders gern mit ihm.


    7 Herbert von Karajan
    Habe (gebe ich zu) erst durch das Tamino Klassikforum gelernt, genau hinzuhören, dem Klangsinn dieses Dirigenten nachzuspüren. Die Einebnungen etwa bei Mahler finde ich „gegen jede Komponistenintention“ einstudiert, aber der Klangsinn ringt mir doch auch Bewunderung ab.


    8 Horst Stein
    Unvergesslich für mich seine Repertoiredirigate an der Wiener Staatsoper (Wagner und Richard Strauss)


    9 Gustavo Dudamel
    Seine Arbeit mit dem Venezolanischen Jugendorchester allein rechtfertigt für mich die Einreihung hier. Bin gespannt auf seine Zukunft.


    10 Daniel Barenboim
    Macht SOOOO viel. Für mich unbegreiflich, dass jemand das Wohltemperierte Klavier und alle Beethoven-Sonaten in Konzerten spielen kann und dazu noch als Dirigent und kulturpolitisch so zentral verankert ist. Allein schon die Arbeit mit dem West-Eastern Divan Orchestra… siehe Dudamel.

    Freundlicher Gruß
    Alexander

  • Trevor Pinnock
    Sir J.E.Gardiner
    Sir Neville Marriner


    zuerst mal die BAROCK-Leute ........... :yes:


    dann nichts :no:


    und dann der große Rest ! :pfeif:

    Die Weisheit Des Lebens Besteht Im Ausschalten Der Unwesentlichen Dinge
    -- aus china --

  • Zitat

    Original von petemonova


    Müssen muss hier gar keiner, sondern sogar 12 darfst du!


    Ich gestehe das Eingangsposting überflogen zu haben und ging von der üblichen Zahl solcher Lieblingsaufzählungen aus. :O :untertauch:


    Zitat

    Ich schon. :hello:


    Danke :lips: dafür hast du ab nun einen Stein im Brett bei mir und gelobe auch zukünftig Besserung (das ich das nächste Mal dann auch die Spielregeln in- und auswendig beherrsche). :)


    :hello:
    Thomas

    „Eine Erkenntnis von heute kann die Tochter eines Irrtums von gestern sein.” (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Hallo Peter!


    Zitat

    Original von petemonova
    es wird mal wieder Zeit für ein neues Ranking. Und ca. alle 2 Jahre sind die Dirigenten dran. Der letzte Thread über ein Dirigentenranking stammt aus dem Jahr 2006


    Das ist dann schon der dritte solche thread. Die beiden Vorgänger waren diese hier:


    Lieblingsdirigenten im Tamino Klassik Forum 2004-2006 (Voting) Zwischenstand vom 10. 02. 2006


    Lieblingsdirigenten im Tamino Klassik Forum 2006-2007 (Voting)


    Vielleicht sollte man den letztgenannten schließen und ins Dirigentenforum verschieben... :rolleyes:


    Eine bernsteinfreie Liste ist gewünscht? Kein Problem! :)


    Christie
    Furtwängler
    Gardiner
    Harnoncourt
    Herreweghe
    Jochum
    Kubelik
    Marriner
    McCreesh
    Savall
    Scherchen
    Wolff


    Viele Grüße,
    Pius.

  • Guten Abend, alle miteinander


    Bei mir sieht es im Moment folgendermaßen aus (Die Reihenfolge stellt keine richtige Wertung dar, allenfalls leichte Präferenzen):


    John Eliot Gardiner - Der Mann für Alles, bisher hat er mich noch in keiner Einspielung enttäuscht, aber das wichtigste: Zwar habe ich in der Sparte Barock schon Dirigenten gefunden, auf die ich mich gleichermaßen verlassen kann, doch ist Gardiner auch in anderen Epochen aktiv. Und besonders hier ist er für mich wichtig, da ich erst noch dabei bin, andere Epochen zu erkunden.


    Zu den Barockdirigenten, die Gardiner das Wasser reichen können, gehören:


    Philippe Herreweghe - Seine Einspielungen zeichnen sich durch unglaubliche Klangschönheit aus, besonders auffällig bei vielen Bachkantaten und -messen. Leider fehlt mir bei ihm des öfteren das Extreme -manchmal muss es einfach krachen :D . Und was das angeht ist Gardiner einfach besser.


    Auf gleicher Stufe folgen Thomas Hengelbrock und René Jacobs - was ich bisher von ihnen kenne, begeistert mich ziemlich - doch kenne ich noch etwas zu wenig, um mir ein endgültiges Urteil bilden zu können.


    Dann folgt Nikolaus Harnoncourt - dass er so weit hinten steht liegt daran, dass er der erste Dirigent aus dierer Aufzählung ist, von dem ich schon Einspielungen gehört habe, die mich enttäuschten - und leider häufen sich die Enttäuschungen vor allem bei den neueren Einspielungen. Besonders seine neuen Barockinterpretationen gefallen mir (mit wenigen Ausnahmen) überhaupt nicht.

    "Phantasie ist unser guter Genius oder unser Dämon."
    - Immanuel Kant (1724-1804)

  • Joseph Keilberth
    Eugen Jochum
    Hans Knappertsbusch
    Otto Klemperer
    Rudolf Kempe
    István Kertész
    Herbert Kegel
    Claudio Abbado
    Franz Konwitschny
    Myung-whun Chung
    Hans Zender
    Peter Ruzicka


    Neu gegenüber 2005 sind Zender, Ruzicka, Chung und Abbado, weichen mußten Wallberg und Eichhorn


    :hello:

  • Hallo, also als noch Neu-Tamino finde ich die Wiederauflage dieses Themas sehr gut und möchte mich gern beteiligen. Vorweg gesagt, die Reihenfolge kann keine Rangfolge sein, da jeder Dirigent seine Stärken aber auch seine Schwächen hat.


    Also fange ich mal munter an:


    1. Wilhelm Furtwängler - das ist nun wirklich mein Spitzenreiter, bei allen technischen Defiziten, die die alten Aufnahmen nun mal haben.


    2. Herbert von Karajan - ich höre richtig das Geraune im Tamino-Publikum, aber sein Gespür für die Wirkung des Klanges in der Musik war schon einzigartig, verbunden mit großartigen Einspielungen wie Mahler 9 (die Live-Aufnahme), Bruckner 7, Verdi Requiem, z.T. Beethoven u.a.m., ganz abzulehnen dagegen die gekünstelten Video-Aufzeichnungen igitt igitt.


    3. Günter Wand - für die exzellenten Bruckner-Darbietungen (außer seine last recording, die für mich etwas abfällt, auch technisch gesehen) auch Schuberts Große C-Dur.


    4. Kurt Sanderling - ich habe ihn selbst erlebt am Pult des damaligen Berliner Sinfonie-Orchesters mit einzigartigen Konzerten, seine Stärken sind die Russen wie Schostakowitsch und Tschaikowsky.


    5. Leonard Bernstein - ein Vollblutmusikant, der die Musik in sich aufsaugt.


    6. Sergiu Celibidache - auch wenn seine Philosophie des langsamen Tempos nicht immer überzeugt, so ist sie doch zu respektieren, da das Ergebnis die makellose Wiedergabe (nicht nur technisch, sondern oft auch in beeindruckenden Steigerungen gipfelnd) beinhaltet. Ich habe ihn vor seiner Hinwendung zum Buddhismus aber auch noch als sehr impulsiven und temperamentvollen Dirigenten anlässlich eines Gastspiels bei der Staatskapelle Berlin (Ost) kennen gelernt.


    7. Christian Thielemann - es gibt noch nicht so viele CD-Einspielungen, die seine Aufnahme in dieses Ranking rechtfertigen, was ich aber von ihm bis jetzt hörte, war sehr überzeugend. Er ist sehr gut im spätromantischen Repertoire, das ihm auf den Leib geschnitten scheint, Mozart hingegen kann ich mir mit ihm nicht vorstellen. Begeistert haben mich zwei Konzerte in diesem Jahr in Berlin mit Schumann, R. Strauss, Brahms und Wagner, einfach großartig!


    8. Carlos Kleiber - er hatte ein kleines Repertoire, aber was er daraus machte, war phänomenal! Ein Ausnahmedirigent!


    9. Otmar Suitner - sicher wenig bekannt, da sein Hauptwirken sich auf der anderen Seite des eisernen Vorhanges abspielte. Die Konzerte, die ich mit ihm und der Staatskapelle Berlin erlebte, waren immer wahre Highlights, schade, dass seine musikalische Laufbahn, auch aus gesundheitlichen Gründen, für einen Dirigenten zu schnell zu Ende ging. Es gibt gute Dvorak-Aufnahmen und auch eine gute Mahler 1.


    10. Nicolaus Harnoncourt - ich mag einfach seine Auffassung von Mozart so ganz gegen den Strich gebürstet!


    11. Arturo Toscanini - wenn Reihenfolge Rangfolge bedeutete, müsste er höher stehen. Mir gefallen sowohl seine zügigen Tempi bei Beethoven als auch seine Brahms-Einspielungen.


    12. Claudio Abbado - er hat die Berliner Philhamoniker nach dem Rücktritt und Tode Karajans auf beispielhaft hohem Niveau gehalten. Anzuerkennen seine Arbeit mit dem Gustav- Mahler-Jugendorchester und dem Luzern Festival Orchestra.


    Hier höre ich auf, weil es nicht mehr als 12 Namen sein sollen, aber auch weil das für mich die wichtigsten sind.

    Wenn schon nicht HIP, dann wenigstens TOP

  • Und hier der neue Zwischenstand:


    21 - Leonard Bernstein
    16 - Claudio Abbado
    13 - Nikolaus Harnoncourt
    12 - Carlos Kleiber
    11 - Sir John Eliot Gardiner
    9 - Herbert v. Karajan
    8 - Michael Gielen
    8 - Pierre Boulez
    7 - Ferenc Fricsay
    7 - Günter Wand
    7 - Otto Klemperer
    7 - Sir Georg Solti
    6 - Eugen Jochum
    6 - Herbert Kegel
    5 - Bertrand de Billy
    5 - Jewgeni Mrawinski
    5 - Kent Nagano
    5 - Mariss Jansons
    5 - Rafael Kubelik
    5 - Sergiu Celibidache
    5 - Wilhelm Furtwängler


    Reicht das oder wollt ihr den Rest auch noch wissen?


    :hello:


    LG, Peter.

  • Bei mir dieses Jahr neu bzw. wieder öfters im CD Player:


    Leonard Bernstein, den ich jahrelang gemieden habe und wirklich erst dieses Jahr entdeckt habe. Obwohl ich mir sicher bin, dass ich vieles nicht auch noch von ihm dirigiert im Regal haben muss.


    Nikolaus Harnoncourt, den ich immer sehr anerkannt und für sich gesehen geschätzt habe. Doch hörte ich kürzlich erstmals seinen Bruckner :jubel:


    Paavo Järvi, weil er seinen Beethoven ideal fortgesetzt hat und ich schon dachte, hielte er das bisherige Niveau, so wäre er kein Mensch mehr.


    Michael Gielen, neben Bernstein die besten Mahler Einspielungen, die dieses Jahr neu dazugekommen sind.


    Pierre Boulez, mein Lieblingsdirigent und daher immer mal öfters im Player.


    Sir Colin Davis, weil ich mir dieses Jahr einige seiner neueren LSO Berlioz Einspielungen geleistet habe, die ich sehr gut finde.


    um eine schöne Top Ten zu bilden noch:


    Herbert Kegel
    Jewgenij Mrawinskij
    Kent Nagano
    Jewgenij Swetlanow


    Liebe Grüße

  • Lieber Wulf,
    nein, eine katastrophale :kotz: -Liste!!! Jetzt glaubt jeder, Mr. Deeds, Du und ich seien ein und dieselbe Person. Wetten, daß Alfred uns alle drei als Fake aus dem Forum feuert...?! :D
    :hello:

    ...


  • Ich fände den "Rest" sogar besonders interessant, und sei es nur, damit diejenigen, die noch nicht mitgemacht haben, auf Ideen kommen, wer das Spitzenfeld noch aufmischen können oder sollte, aber auch als Kompendium aller Dirigenten, die uns bei der Fragestellung so einfielen.


    :hello: Jacques Rideamus

  • Ich würfle, ordne alphabetisch und nenne:


    Stefan Blunier
    Andrej Boreyko
    Pierre Boulez
    William Christie
    Sergiu Comissiona
    Michael Gielen
    Désiré-Emile Inghelbrecht
    Herbert Kegel
    Kirill Kondraschin
    Cornelius Meister
    Roger Norrington
    Hermann Scherchen

  • Hallo Wulf & Edwin,


    das wäre nicht meine Absicht gewesen. :untertauch:


    Da ich als Ausgangspunkt einfach den Zwischenstand kopiert habe, um diesen dann auszumisten und um Järvi zu ergänzen, könnte es noch mehr Fakes geben, die schon Vorarbeit geleistet haben :D


    :hello:

  • Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    Bei mir hat sich - einmal mehr - nichts geändert, Karl Böhm führt mit meilenweitem Vorsprung die Gruppe an.


    Karl Böhm


    Mein Maßstagb in Sachen Mozart, Haydn und Schubert, auch sein Beethoven ist hervorragend, wenngleich unterschätzt
    Auch als Bruckner- Brahms und Wagnerdirigent maßstabsetzend
    Wenngleich ich kein Richard Strauß-Anhänger bin, so sind seine Interpretationen auch in diesem Bereich hervorragend...


    Hallo Taminos, lieber Alfred


    shließe mich aus fester Überzeugung Deiner ersten Wahl, Karl Böhm, an. In Sachen Mozart unübertroffen.


    bei mir folgen:
    2. Franz Konwitschny
    3. Daniel Barenboim
    4. Georg Solti
    5. Federica Maria Sardelli
    6. Robert King
    7. Carlo Maria Giulini
    8. Michel Corboz
    9. Thomas Beecham
    10. Arturo Toscanini
    11. Bruno Walter
    12. Antal Dorati


    herzliche Grüße


    Stefan.M

    Stefan

  • Ohne Rangfolge (eh ein unmögliches Unterfangen)



    - Claudio Abbado (insbesondere wegen allem, was er zuletzt in Luzern gemacht hat)


    - Herbert Blomstedt (würde selbst sicher lieber hübsch bescheiden im Hintergrund bleiben)


    - Gustavo Dudamel (kein neuer Bernstein - ein neuer Prometheus!)


    - Ferenc Fricsay (für mich unübertroffen: seine Neunte)


    - Mariss Jansons (fast immer gut, mit Mahler und Schostakowitsch umwerfend)


    - René Jacobs (schon allein, weil er die Mozart-Opern neu erfunden hat)


    - Carlos Kleiber


    - Rafael Kubelik


    - Charles Mackerras (Mozart! Brahms! Janacek!)


    - Georg Solti (Bei Wagner für mich meist erste Wahl)


    - Leopold Stokowski (Mitunter fragwürdig in der Wahl der Mittel, aber stets im Ergebnis unglaublich eindrucksvoll)


    - und als Joker eine Dame: Emanuelle Haim!

  • Ebenfalls ohne interne Rangfolge



    Gardiner (sein Bach ist mein Bach)


    Herreweghe ( der Klangschönste HIP-ler)


    McCreesh ( Musik als historisches Schauspiel oft pefekt dargeboten)


    Harnoncourt ( beeindruckende Lebensleistungen, widerborstig)


    Hengelbrock ( allein die h-moll Messe hätte ihn hier reingebracht)


    Savall ( erst in letzter Zeit entdeckt und bin bezaubert)


    Christie ( allein der der " Messiah" reicht hierfür)


    Blomstedt ( Kapellmeister im besten Sinne)


    Masur ( ein tapferer Mann und mir lieber Musiker!)


    Jacobs ( so lebt die Oper auch ihne Bühne)


    Böhm ( Mozart- was brauchts der Worte mehr)


    Marriner ( der solide Universalist hat mich als Einsteiger in klassische Welten gelockt)

    Psalmen sprechen und Tee trinken kann niemals schaden!

  • Etliche Veränderungen gegenüber den alten Listen, hervorgerufen durch veränderte Hörgewohnheiten:


    1.Furtwängler


    2.Gardiner
    3.Savall
    4.Schoonderwoerd
    5.Herreweghe
    6.Christie
    7.Jacobs
    8.Rifkin
    9.Brüggen
    10.Minkowski
    11.Inghelbrecht
    12.Boulez

  • Es ist schwer, eine halbwegs objektive Punktevergabe bei Dirigenten hinzubekommen. Es ist immer die Frage für welches Repertoire vergebe ich die Punkte. Ich will trotzdem meine zwölf Kandidaten nennen.


    Wilhelm Furtwängler ( nach wie vor der alles überragende Großmeister)
    Otto Klemperer
    Herbert von Karajan
    Erich Kleiber
    Josepf Keilberth
    Rudolf Kempe
    Bruno Walter
    Hans Knappertsbusch
    Sir Georg Solti
    Arturo Toscanini
    Günter Wand
    Siegfried Köhler


    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Es ist sehr schwer, eine halbwegs "objektive" Wahl zu treffen, denn alleine schon der kurze Blick in die CD-Sammlung zeigt, wie viele herausragend gute Dirigenten es gab/gibt.


    Trotzdem meine Wahl (mit einem sorry an Bernstein, Solti, Leinsdorf, Kleiber, Keilberth, von Dohnányi, Fricsay, Kegel, Zender, Sanderling, Jochum, Abbado, Nagano usw..., die dort auch stehen könnten...):


    1. Otto Klemperer
    2. Michael Gielen
    3. Rafael Kubelik
    (kein Zufall, daß drei Dirigenten ganz oben stehen, die die deutsche Orchesteraufstellung bevorzug(t)en)


    Dann ohne Rangfolge:
    -Karl Böhm
    -Herbert von Karajan
    -Riccardo Chailly
    -Günter Wand
    -René Leibowitz
    -Bernard Haitink
    -Hans Swarowsky
    -Carlo Maria Giulini
    -Bernard Haitink

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Hallo petemonova,


    wir hatten hier bei Tamino schon 2006/2007 eine Zusammenfassung der beliebtesten Dirigenten bei Tamino.
    Davon hatte ich mir eine Word-Datei gezogen.


    Ich sehe jetzt mal nicht auf meine alte Liste und wähle jetzt aus heutiger Sicht 12 Lieblingsdirigten aus.
    Wird sich von 2006 bis jetzt viel verändert haben, das wäre nun interessant zu erkennen ?


    Auch wenn aus Eurer Sicht vieles gegensätzlich erscheint - es ist halt so - hier ohne Wertung in der Reihenfolge (aber Lenny steht trotzdem immer ganz oben):


    1. Leonard Bernstein
    2. Herbert von Karajan
    3. Jewgenij Swetlanow
    4. Kyrill Kondraschin
    5. Gennadi Roshdestwensky
    6. Jewgenij Mrawinsky
    7. Georg Solti
    8. George Szell
    9. Vladimir Ashkenazy
    10. Pierre Boulez
    11. Enrique Batiz
    12. Ernst Ansermet


    Von Spitzendirigenten wie Fricsay, Klemperer, Böhm, Kegel, Kempe, Abbado, Kubelik, Stokowsky habe ich einfach zu wenig an CD-Repertoire, sodas sie für mich in die Liste der ersten 12 aufgenommen werden könnten. Diese Taktstockmeister folgen danach.


    **** Eine ganz wichtige Neuerscheinung, von dem wir noch viel hören werden, hat Cassiodor genannt. Der könnte einer meiner zukünftigen Lieblingsdirigenten werden: Gustavo Dudamel .
    Da ich noch keine CD mit ihm habe, will ich ihn noch nicht in meine Liste aufnehmen.
    Aber ich habe zwei fantastische TV-Festplattenaufnahmen mit Gustavo Dudamel : Waldbühnekonzertes 2008 aus Berlin; Neujahrskonzert 2007 aus Venezuela.
    :jubel: Das ist musikalische Aussagekraft !



    **** Das gefällt mir von Oolong,
    diesen Menschen mal nicht durch den Kakau zu ziehen. Seine Verdienste für Liszt´s gesamte Orchesterwerke sind unübersehbar.

    Zitat

    Masur ( ein tapferer Mann und mir lieber Musiker!)


    Für die ersten 12 reichts bei mir aber nicht.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang